Schriftgröße

Rathaus-Galerie

Verdacht auf Erpressung

Von Thomas Käding, 29.05.09, 17:50h

Die Polizei ermittelt auf der ECE-Baustelle in der Stadtmitte. Ein rumänischer Bauarbeiter hat Anzeige erstattet: Er und einige Kollegen fühlen sich um Lohn betrogen.

Baustelle Rathaus-Galerie
Bild vergrößern
Die ECE-Baustelle in der City. (Bild: Ralf Krieger)
Baustelle Rathaus-Galerie
Bild verkleinern
Die ECE-Baustelle in der City. (Bild: Ralf Krieger)
Wiesdorf - Am Donnerstag machte sich ein 42 Jahre alter Rumäne von der City-Baustelle auf den Weg in die Heymannstraße. Philomen D. zeigte seine Chefs an. „Es besteht der Verdacht auf Erpressung“, erklärte Polizeisprecherin Maren Leisner nach der Vernehmung am Freitag auf Anfrage. Philomen D. hatte berichtet, dass er von seinem Arbeitgeber nicht ordnungsgemäß entlohnt werde: Zuletzt habe ihn sein Vorarbeiter gezwungen, von 1020 Euro Monatslohn 570 zurückzubezahlen. Seine Kollegen berichteten, dass bei weitem nicht alle Stunden bezahlt würden, ein weiterer Beschäftigter sagte, er sei nicht krankenversichert.

18 Rumänen machen derzeit Beton auf der Baustelle „Rathaus-Galerie“. Sie seien Angestellte der rumänischen Firma D.A.V. Construct Group, sagte Gerald von der Gathen dem „Leverkusener Anzeiger“. D.A.V. sei Nachunternehmer der Arbeitsgemeinschaft aus den Hochbaufirmen Oevermann und Herrmanns (HTI), unter deren Ägide die „Rathaus-Galerie“ hochgezogen wird, ergänzte der Oevermann-Geschäftsführer. Inhaltlich könne er sich zu den Vorwürfen nicht äußern; erklärlich seien sie zunächst nicht: „Wir lassen uns jeden Monat von den Mitarbeitern schriftlich bestätigen, dass die Mindestlöhne nach Tarif gezahlt worden sind.“ Die entsprechenden Formulare lägen „in rumänischer Sprache vor“.

Von diesen Formularen ist bei den Betroffenen tatsächlich die Rede. Allerdings behaupten die rumänischen Bauarbeiter, sie müssten weit höhere Löhne quittieren als sie bekämen: 2000 bis 3000 Euro würden ausgewiesen, tatsächlich liege der Monatslohn oft nicht einmal bei jenen 1300 Euro, die D.A.V. ihnen in Rumänien versprochen habe, sagten sie in einem Fernsehbeitrag.

Von den Vorwürfen über eine viel zu geringe Bezahlung hatte man auch schon in der Stadtverwaltung gehört. Die Behörde habe deshalb das für solche Fälle zuständige Zollamt eingeschaltet, sagte Stadtkämmerer Rainer Häusler. Sollte es sich bewahrheiten, dass Arbeiter auf der ECE-Baustelle um ihren Lohn betrogen werden, sei das „untragbar“.

Beim Bauherrn in Hamburg sieht man die Vorwürfe ebenfalls mit einigem Unbehagen. „Wir gehen der Sache nach“, sagte ECE-Sprecher Robert Heinemann auf Anfrage. Grundsätzlich unternehme ECE „alles“, um ordnungsgemäße Verhältnisse auf seinen Baustellen sicherzustellen. In Hamburg seien bisher keine Beschwerden von der Leverkusener Baustelle eingegangen. Oevermann-Geschäftsführer von der Garthen kündigte an, dass D.A.V. aus dem Geschäft sei, sollten sich die Unregelmäßigkeiten bestätigen: „Die kommen sofort auf eine Schwarze Liste.“

Die Kriminalpolizei wird jedenfalls weiterermitteln, kündigte Leisner an: „Wir machen uns ein Bild.“



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Neue Bildergalerien


Anzeige







Nachtaktiv


KARNEVAL


Service


Aktuelle Bildergalerien


Die Bilder der Woche 2012


Schulen im Kreis


Special


Special


rhein-berg-online.de auf Facebook

rhein-berg-online.de auf Facebook

Service


Das Rheinland als Region


Vögel in der Region


Serie


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Top-Links (Anzeige)


Serie


Spielkameraden


Extra


KSTA-Service


Dienste