Anna Mölleken (r.) und Romy Kohler vom Hospiz Bedburg-Bergheim wollen sich in Zukunft auch um trauernde Jugendliche kümmern. (Bild: Clemens)
Anna Mölleken (r.) und Romy Kohler vom Hospiz Bedburg-Bergheim wollen sich in Zukunft auch um trauernde Jugendliche kümmern. (Bild: Clemens)
Bedburg -
Seit Jahren kümmert sich das Hospiz Bedburg-Bergheim auch um Menschen, die trauern und Hilfe brauchen, um den Verlust eines geliebten Angehörigen oder Freundes zu verkraften. „Trauernde Jugendliche spricht unser Programm allerdings überhaupt nicht an“, weiß Hermann-Josef Klein, Krankenhaus-Seelsorger und Vereinsvorsitzender. Aus diesem Grund nun will der Verein das Internet nutzen, um auch an Zwölf- bis 18-Jährige heranzukommen, die der Hilfe und der Unterstützung bedürfen. Deshalb sind die beiden Mitarbeiterinnen Romy Kohler und Anna Mölleken derzeit damit beschäftigt, einen Chatroom für trauernde Jugendliche einzurichten. Begleitet werden sollen die jungen Leute von solchen Jugendlichen, die bereits eigene Trauererfahrungen gemacht haben, die also genau wissen, wovon sie reden. Kohler selber weiß, wie wichtig ein solches Angebot ist. Nach dem Tod ihres Sohnes hätten dessen Freunde nirgends trauern können. „Sie haben sich dann in seinem Zimmer und auf dem Friedhof getroffen.“ Und auch erfahren, dass die Angebote, die ältere Menschen beim Hospizverein in Anspruch nehmen, für Jugendliche uninteressant seien. „Ich setze mich in keine Trauergruppe“, sei ein häufig zu hörender Satz gewesen. Da bislang erst drei Jugendliche ihre Mitarbeit zugesagt und zwei weitere ihr Interesse bekundet haben, suchen Kohler und Mölleken weitere Mitstreiter, die möglichst aus dem Rhein-Erft-Kreis, aus Köln oder Bonn kommen sollten. Geplant ist, dass der Chatroom am 22. Juni öffnet und dann stets montags von 20 bis 22 Uhr geöffnet ist. In den Tagen zuvor werden beide Frauen noch eine Ausbildung für die künftigen Chat-Begleiter im Bergheimer Anton-Heinen-Haus veranstalten. Mindestens zwölf Begleiter, so der Wunsch der Frauen, sollten sich bis dahin gemeldet haben. Der Chatroom soll dann an jedem Montag offen sein, egal ob der Tag auf Weihnachten oder einen anderen Feiertag fällt. Jeder Begleiter, der mitarbeiten will, muss einmal monatlich an einer Supervision teilnehmen. Dort bekommt er dann die Möglichkeit, über das Erlebte zu berichten. Seelsorger Klein weiß, dass die Tätigkeit hohe Anforderung an die jungen Leute stellt. „Allerdings wissen wir auch, dass die Arbeit im Hospiz für viele ein Gewinn ist, dass viele dadurch einen Zuwachs an Lebensqualität verspüren.“ Junge Leute im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, die Interesse an der Chatbegleitung haben, können sich mit Romy Kohler, 02271 / 45303, in Verbindung setzen. Der Chatroom ist unter der Adresse „
www.doch-etwas-bleibt.de“ zu erreichen.
www.hospiz-erft.de