Von Madeleine Gullert, 01.06.09, 17:17h, aktualisiert 01.06.09, 18:27h
Kevin Hinzen (16) und Martin Rörig (15) segeln erst seit drei Jahren. Doch ihre Sommerwochenenden sind bereits verplant, denn zwölf Regatten stehen an. Hinzen fallen spontan drei gute Gründe für das Training ein: „Viel Wind, nass werden und vor allem Action.“ Die beiden Jugendlichen starten in einem „Pirat“, so der Name ihrer Bootsklasse.
Beil steht für Pirat
Ein Beil etwa steht für Pirat, der griechische Buchstabe Omega ist das Symbol für die Soling-Schiffe. Diese Bootsklasse fährt bei der Rheinwoche die „German Open“ aus. Mit dabei ist auch Alex Holl (31), der sich allerdings wenige Chancen ausrechnet. „Ich lebe seit zwei Jahren in Asien, zur Zeit arbeite ich in Djakarta, mein Boot liegt aber hier“, erklärt der Düsseldorfer.
Der Startschuss für die erste Gruppe ertönt. Im Fünf-Minuten-Takt starten die anderen Gruppen. Inzwischen haben sich in Porz Spaziergänger und Radfahrer versammelt, um die Segler zu sehen. Franziska Hagemann (17) ist eine der wenigen Frauen an Bord. „Als Frau ist man leichter, das hat bei viel Wind Vorteile, bei wenig Wind Nachteile“, ist ihr Fazit. Sie zurrt noch etwas an ihrem Boot zurecht, der „Capsized“, was soviel bedeutet wie „gekentert“ - hoffentlich ist der Name nicht Programm. Als um 11 Uhr alle Segler aus dem Hafen sind, legt auch die „MS Godesia“, das Begleitschiff ab. Organisatoren, Familie und Freunde von Seglern und Segelfans sind an Bord und können so die Regatta hautnah erleben. Sie registrieren das erste Schiff, das fremde Hilfe in Anspruch nehmen muss, weil ein Segel unter das Schiff gekommen ist.
Der Panoramablick über den Rhein ist herrlich, langsam erhebt sich schon der Dom auf der linken Rheinseite. Entspannung für die Segler. Hinzen und Rörig finden in ihrer „Time to wonder“ sogar Zeit zur „MS Godesia“ hochzuschauen und zu winken. Doch in Mülheim kommt starker Wind auf, die kleinen Einmannschiffe springen auf und ab, ein Segler stemmt sich mit ganzer Kraft dem Wind entgegen, aber scheitert. Es macht „Platsch!“ - Und er liegt im kalten Wasser, doch er rappelt sich auf und ist schnell wieder im Boot.
Stärkung mit Spaghetti
Neben ihm ereilt viele weitere Segler dasselbe Schicksal. Nach 13 Uhr passieren „Mauzi“, „Knuddel“, „Hajopei“ und die anderen Boote heil die Etappenziellinie im Hitdorfer Hafen in Leverkusen. In der Küche der „MS Godesia“ geht es bereits hoch her, denn 300 hungrige Seglermäuler müssen bald mit Spaghetti gestopft werden. Schließlich steht nach der Stärkung der nächste Startschuss von Leverkusen nach Neuss an.
Segeln lernen auch für Kinder ab etwa 7 Jahren möglich
04.06.2009 | 11.50 Uhr | ycmpresse
Ergänzend sei vermerkt, dass Martin Rörig und Kevin Hinzen mitnichten erst drei Jahre segeln: vor ihrer Pirat-Segel-Zeit waren sie schon in der…
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