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„Rheinwoche“

„Viel Wind und vor allem Action“

Von Madeleine Gullert, 01.06.09, 17:17h, aktualisiert 01.06.09, 18:27h

Die „Rheinwoche“-Regatta führt in diesem Jahr von Porz nach Emmerich. Mehr als 120 Segelboote nahmen am Samstag im Fünf-Minuten-Takt Kurs rheinabwärts - kleine Jollen, aber auch prächtige Segelboote.

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Auf Kurs rheinabwärts (Bild: Grönert)
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Auf Kurs rheinabwärts (Bild: Grönert)
Köln - Es ist 9 Uhr am Samstag, die Sonne strahlt schon am wolkenlosen Himmel. 120 Segelschiffe funkeln im Porzer Yachthafen, kleine Einmann-Jollen, aber auch stolze Segelboote aus feinem Holz. In der Idylle wuseln hunderte Segler um ihre Boote herum, denn der Start für die 87. Auflage der Rheinwoche steht kurz bevor. Die Strecke wechselt jährlich und führt die Segler 2009 in fünf Etappen 170 Kilometer rheinabwärts nach Emmerich. Routine für Jan Kochen (48), Leiter der Regatta und selber zum 38. Mal dabei. „Ich bin schon als kleiner Junge mit meinen Eltern mitgesegelt", erzählt er. Für ihn ist das Besondere an der Regatta, dass das Wasser strömt und dass normale Berufsschiffe fahren. „Das ist vergleichbar mit einem Radrennen auf der Autobahn“, scherzt Kochen.

Kevin Hinzen (16) und Martin Rörig (15) segeln erst seit drei Jahren. Doch ihre Sommerwochenenden sind bereits verplant, denn zwölf Regatten stehen an. Hinzen fallen spontan drei gute Gründe für das Training ein: „Viel Wind, nass werden und vor allem Action.“ Die beiden Jugendlichen starten in einem „Pirat“, so der Name ihrer Bootsklasse.

Beil steht für Pirat

Ein Beil etwa steht für Pirat, der griechische Buchstabe Omega ist das Symbol für die Soling-Schiffe. Diese Bootsklasse fährt bei der Rheinwoche die „German Open“ aus. Mit dabei ist auch Alex Holl (31), der sich allerdings wenige Chancen ausrechnet. „Ich lebe seit zwei Jahren in Asien, zur Zeit arbeite ich in Djakarta, mein Boot liegt aber hier“, erklärt der Düsseldorfer.

Der Startschuss für die erste Gruppe ertönt. Im Fünf-Minuten-Takt starten die anderen Gruppen. Inzwischen haben sich in Porz Spaziergänger und Radfahrer versammelt, um die Segler zu sehen. Franziska Hagemann (17) ist eine der wenigen Frauen an Bord. „Als Frau ist man leichter, das hat bei viel Wind Vorteile, bei wenig Wind Nachteile“, ist ihr Fazit. Sie zurrt noch etwas an ihrem Boot zurecht, der „Capsized“, was soviel bedeutet wie „gekentert“ - hoffentlich ist der Name nicht Programm. Als um 11 Uhr alle Segler aus dem Hafen sind, legt auch die „MS Godesia“, das Begleitschiff ab. Organisatoren, Familie und Freunde von Seglern und Segelfans sind an Bord und können so die Regatta hautnah erleben. Sie registrieren das erste Schiff, das fremde Hilfe in Anspruch nehmen muss, weil ein Segel unter das Schiff gekommen ist.

Der Panoramablick über den Rhein ist herrlich, langsam erhebt sich schon der Dom auf der linken Rheinseite. Entspannung für die Segler. Hinzen und Rörig finden in ihrer „Time to wonder“ sogar Zeit zur „MS Godesia“ hochzuschauen und zu winken. Doch in Mülheim kommt starker Wind auf, die kleinen Einmannschiffe springen auf und ab, ein Segler stemmt sich mit ganzer Kraft dem Wind entgegen, aber scheitert. Es macht „Platsch!“ - Und er liegt im kalten Wasser, doch er rappelt sich auf und ist schnell wieder im Boot.

Stärkung mit Spaghetti

Neben ihm ereilt viele weitere Segler dasselbe Schicksal. Nach 13 Uhr passieren „Mauzi“, „Knuddel“, „Hajopei“ und die anderen Boote heil die Etappenziellinie im Hitdorfer Hafen in Leverkusen. In der Küche der „MS Godesia“ geht es bereits hoch her, denn 300 hungrige Seglermäuler müssen bald mit Spaghetti gestopft werden. Schließlich steht nach der Stärkung der nächste Startschuss von Leverkusen nach Neuss an.



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