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Hockenbroicher Junggesellen

Birken, Eier, Luremmel

Von Katharina Blass, 01.06.09, 18:09h

Einer der ältesten Junggesellenvereine Deutschlands hat am Wochenende sein 300-jähriges Bestehen gefeiert. Die Mitglieder der Hockenbroicher Junggesellen stellten die Maibäume auf und spielten sich auf der Bühne selbst.

Mailehenversteigerung
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Im ersten Akt ihres Theaterstücks spielten die Kirchheimer Junggesellen die Mailehenversteigerung nach. (Bild: Blass)
Mailehenversteigerung
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Im ersten Akt ihres Theaterstücks spielten die Kirchheimer Junggesellen die Mailehenversteigerung nach. (Bild: Blass)
EUSKIRCHEN-KIRCHHEIM - Der Hockenbroicher Junggesellenverein in Kirchheim zählt zu den ältesten seiner Art in Deutschland: Am Pfingstwochenende feierte der Verein sein 300-jähriges Bestehen, und das mit einem großartigen Programm. Am Freitagabend stellten die 13 unverheirateten Männer rund 80 Maibäume in Kirchheim auf. Jedes Mädchen, das zuvor bei der Mailehenversteigerung ersteigert worden war, erhielt eine bunt verzierte Birke. Für alle übrigen Mädchen ist der Dorfmaibaum gedacht.

Am Samstag war der Königsmaibaum für das Maikönigspaar, Robert Funk und Sandra Linden, an der Reihe. Abends fand im Saal der Gaststätte Scheiff / Arndt ein Theaterabend statt. Die Vereinsmitglieder stellten in fünf Akten ein Jahr Hockenbroicher Junggesellenleben dar. Die erste Episode erzählte von der Mailehenversteigerung, bei der die Mädchen unter den „Luremmel“, den Auktionsstab des Ausrufers, kommen. In der zweiten Geschichte spielten sie das Eiersammeln nach. Bei diesem Brauch ziehen die Vereinsmitglieder am Ostersonntag durch die Gemeinde und berichten den Mädchen, ob und von wem sie ersteigert wurden.

Nach einer kleinen Pause widmeten sich die Hobby-Schauspieler dann der Kirmes, einem viertägigen Dorffest, das der Hockenbroicher Junggesellenverein ausrichtet. Die vorletzte Episode erzählte vom „Gesetz von Hockenbroich“, dem Hohnshecker Protokoll. Seine ursprüngliche Fassung stammt aus der Zeit von 1600 bis 1750 und erklärt in 56 Punkten den Codex der Hockenbroicher Junggesellen.

Prächtige Unterhaltung

Zu guter Letzt stellten die Junggesellen das „Hahneköppe“ nach, eine Tradition, die zur Kirmes gehört. Insgesamt unterhielten die jungen Männer die rund 250 Zuschauer eine Stunde lang prächtig. Die Idee und die künstlerische Leitung des Theaterstücks, in dem sich die Junggesellen selbst spielten, hatte Anna Zilligen. Die Texte stammten von Lukas Blankenheim und Hans-Rolf Theissen. Er moderierte auch zwischen den einzelnen Akten.

Obwohl die Junggesellen bereits zwei Jubiläumstage in den Knochen hatten, erfolgte am Sonntag schon um 6 Uhr der Weckruf. Nach dem gemeinsamen Kirchgang formierte sich mittags ein großer Festzug mit Ehrengästen, Maikönigspaaren, Präsidenten und Fähnrichen der vergangenen 60 Jahre.



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