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Kapitalerhöhung

HRE braucht noch mehr Geld

Von Thomas Magenheim, 01.06.09, 22:16h, aktualisiert 01.06.09, 23:03h

Die Anteilseigner der Hypo Real Estate sollen mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung den Mehrheitserwerb durch den Bund beschließen. Die Aktionäre kündigen vor der Hauptversammlung Klagen an.

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HRE-Logo im Superweitwinkel: Experten erwarten eine turbulente Hauptversammlung in München. (Bild: dpa)
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HRE-Logo im Superweitwinkel: Experten erwarten eine turbulente Hauptversammlung in München. (Bild: dpa)
MÜNCHEN - Die Krisenbank Hypo Real Estate (HRE) braucht weitere Staatshilfen - auch wenn die Hauptversammlung in München heute eine Kapitalerhöhung beschließen wird. Zahlen will Vorstandschef Axel Wieandt allerdings nicht nennen. Gut 100 Milliarden Euro an Staatsgeld hat die Immobilienbank bereits erhalten.

Auf dem heutigen Aktionärstreffen will der Bund über eine milliardenschwere Kapitalerhöhung die Mehrheit an dem angeschlagenen Institut erwerben.

Bund hält 47 Prozent

Gut 47 Prozent der HRE-Anteile hat der Bund über den Bankenrettungsfonds Soffin bereits eingesammelt und wird damit vermutlich die Hauptversammlungsmehrheit haben, weil nicht alle Kleinaktionäre anwesend sein werden. Durch die Kapitalerhöhung wird der Anteil des Bundes auf 90 Prozent steigen und der der restlichen Aktionäre auf weniger als zehn Prozent schrumpfen. Damit können die bislang verkaufsunwilligen HRE-Besitzer - vor allem der US-Investor Christopher Flowers - per Squeeze-Out gegen ihren Willen aus dem Unternehmen gedrängt werden.

Für die Kapitalerhöhung könnte der Soffin bis zu 5,64 Milliarden Euro ausgeben - braucht er aber nicht. Denn um die 90-Prozent-Hürde zu überspringen, reichen vermutlich drei Milliarden. Christopher Flowers kündigte bereits an, die Kapitalerhöhung nicht zu unterstützen und gegen einen Squeeze-Out zu klagen. Eine von Flowers geführte Investorengruppe hält derzeit noch 14 Prozent der Anteile.

Auch Kleinaktionärin Gisela Engelmann wird wohl daran scheitern, die Steine zu erweichen. 5500 Euro haben ihre 100 HRE-Aktien einmal gekostet, berichtet die Pensionärin. Keine 150 Euro ist ihr „Notgroschen“ heute noch wert. Engelmann will Aktionärin bleiben, in der Hoffnung auf bessere Zeiten.

Setzt sich der Bund wie erwartet durch, folgt binnen vier bis sechs Wochen dann eine weitere Hauptversammlung zum so genannten Squeeze Out, dem gesetzlich zulässigen Herausdrängen der restlichen Aktionäre. Sie werden zwangsabgefunden mit einer Summe, die dem Vernehmen nach „nicht über 1,39 Euro je Aktie“ liegen dürfte. Dagegen wird dann vermutlich Flowers klagen. Eine aufschiebende Wirkung hat das nicht. Im Sommer dürfte die HRE eine Staatsbank sein, ohne Aktionärin Engelmann.

Marke hat keine Chance

Wieandt kündigte berits an, dass sich die Hypo Real Estate im Zuge des Neuanfangs umbenennen wird. „Gerade im Inland hat der Name extrem gelitten. Wir denken über Alternativen nach.“ Die Marke HRE habe keine zweite Chance. Unter dem neuen Namen könnte das Institut dann in ein paar Jahren wieder an die Börse zurückkehren. „Nach meinem Verständnis will der Bund nicht dauerhaft Eigentümer bleiben“, sagte Wieandt. Eine Übernahme des zur Commerzbank gehörenden Immobilienfinanzierers Eurohypo schloss der HRE-Chef aus. (mit rtr)



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