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Festnahme

Polizei verhaftet „Enkeltrick“-Betrügerin

Von Tim Stinauer, 02.06.09, 18:55h

Der Kölner Polizei ist mit der Festnahme einer mutmaßlichen Betrügerin ein empfindlicher Schlag gegen die weltweit operierende „Enkeltrick“-Bande gelungen. Die Fahnder ertappten die 37-jährige Deutsche offenbar auf frischer Tat.

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Die Polizei verhaftet „Enkeltrick“-Betrügerin. (Bild: dpa)
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Die Polizei verhaftet „Enkeltrick“-Betrügerin. (Bild: dpa)
Köln - Karla M. (Name geändert) erschrak, als die Fahnder die Tür zu ihrem Hotelzimmer im niederländischen Roermond aufstießen. Die 37-jährige Deutsche saß vor einem Laptop, auf dem Bildschirm Luftbilder aus dem Internet, neben sich auf dem Tisch drei Mobiltelefone und mehrere Handykarten. Karla M. war bei der Arbeit, die Fahnder hatten sie offenbar auf frischer Tat ertappt. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ist der Kölner Polizei mit der Festnahme der mutmaßlichen Betrügerin ein empfindlicher Schlag gegen die weltweit operierende „Enkeltrick“-Bande gelungen. „Wir waren der Frau seit zwei Monaten auf der Spur und konnten jetzt ihren Aufenthaltsort ausfindig machen“, verriet ein Ermittler.

Bundesweit 44 vollendete Taten mit einer Gesamtbeute von mehr als 300 000 Euro sowie hunderte erfolglose Versuche wirft die Staatsanwaltschaft Karla M. vor. Sie sitzt im Klingelpütz in Untersuchungshaft und lässt sich von einem Anwalt vertreten. Innerhalb der Gruppe soll Karla M. als „Anruferin“ fungiert haben. Um der Polizei die Fahndung zu erschweren, soll sie vorwiegend aus Belgien und den Niederlanden bei älteren Menschen in Deutschland angerufen und sich als ihre Enkelin ausgegeben haben. Sie brauche Geld für ein Auto, log sie ihren Opfern vor. Ein Freund werde gleich vorbei kommen und das Geld abholen. Auch in Köln fiel eine Seniorin auf diesen Trick herein. Als Beamte des Kriminalkommissariats 25 erkannten, dass dieselbe Anruferin noch für zahlreiche weitere Taten im gesamten Bundesgebiet verantwortlich zu sein schien, gründete die Kripo die „Ermittlungsgruppe Jette“, benannt nach einer belgischen Stadt. Die Kölner Staatsanwaltschaft zögerte nicht, sämtliche Ermittlungsverfahren zu übernehmen und einen europäischen Haftbefehl zu erwirken.

Den Ermittlungen zufolge ging Karla M. immer nach demselben Schema vor. In ihrem Hotelzimmer soll sie sich vormittags in ein Chat-Programm im Internet eingeloggt haben. Auf diesem Weg soll sie mit ihren Komplizen in Deutschland Handynummern ausgetauscht und ihnen mitgeteilt haben, in welchen Städten sie an diesem Tag ihre Opfer anrufen würde. Während sich die Mittäter dorthin begaben, soll die 37-Jährige bei älteren Menschen in der Region angerufen und sie um Geld gebeten haben. „Fiel ein Opfer auf den Trick herein, hat sie sofort ihre Komplizen per Handy informiert“, schilderte ein Ermittler. Mithilfe von Luftaufnahmen am Computer soll M. ihre „Abholerteams“ dann zu der exakten Adresse gelotst haben.

Die Polizei geht davon aus, dass Karla M. weltweit mit anderen Täter der „Enkeltrick“-Bande vernetzt ist. Das beweist nicht zuletzt ein Anruf aus den USA, den die Kölner Ermittler kurz nach der Festnahme erhielten: Der anonyme Anrufer wollte wissen, ob es stimme, dass Karla M. verhaftet worden sei.



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