Von Bettina Jochheim, 04.06.09, 11:41h
Die Wissenslücken bei Lehrern und Erziehern in Bezug auf Hochbegabung sei nach wie vor „groß bis erschreckend“, sagte Dr. Harald Wagner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, bei der Präsentation der elektronischen Vernetzung. „Häufig wissen Eltern mehr zu dem Thema als Pädagogen, die die Kinder den ganzen Tag betreuen“, so Wagner. Das Angebot der Datenbank richte sich folglich sowohl an Kinder und Eltern, aber ebenso an Pädagogen und Ausbilder. Es enthalte spezielle Lernprogramme, Adressenübersichten, Fortbildungsangebote und beziehe sich auf Köln, Bonn, den Rhein-Erft-Kreis, den Rhein-Sieg-Kreis, den Rheinisch-Bergischen Kreis, den Oberbergischen Kreis und Leverkusen.
Mehr Transparenz
In der Arbeitsgemeinschaft, die von Wagner und Dr. Thomas Zech geleitet wird, haben sich elf Institutionen aus dem Rheinland zusammengeschlossen, die sich mit dem Thema Hochbegabung befassen. Dazu zählen unter anderem das Hoch-Begabten-Zentrum Rheinland in Brühl, die Hochbegabtenstiftung der Kreissparkasse Köln (KSK), die Universität Köln sowie die Initiative Bildung und Begabung Bonn. Eines der ersten Projekte, das die Arbeitsgemeinschaft gemeinsam mit der Regionale 2010 ins Leben rief, ist die Datenbank.
Die dort aufgeführten Angebote von rund 65 Einrichtungen in der Region Köln / Bonn reichen von der Schülerakademie in den Sommerferien, der Kinderuniversität oder der Lehrerfortbildung über die Beratungen für jugendliche Hochbegabte und Eltern hochbegabter Kinder bis hin zu aktuellen Wettbewerben für Hochbegabte. Damit werde ein bisher schwer überschaubares Förderangebot transparent und vergleichbar aufbereitet, sagte KSK-Vorstandsmitglied Volker Wolf.
„Das Angebot zum Thema Hochbegabung in einer Region geordnet und für jedermann zugänglich - das ist einmalig in der Republik“, sagte Landrat Werner Stump gestern. Die Initiative sei ein wichtiger Faktor für den hiesigen Wirtschaftsstandort und werde zu einem Markenzeichen für den Kreis. Dabei sparte Stump nicht an Kritik an den hiesigen Unternehmen, die zwar eines Tages von gut ausgebildeten jungen Menschen profitierten, sich jetzt jedoch nicht an der Initiative beteiligten, mit Ausnahme der KSK.
Neben dem Projekt „Datenbank“ veröffentlicht die Arbeitsgemeinschaft einen „Newsletter“. Zudem planen die Initiatoren Kamingespräche. Das erste findet am 4. November auf Burg Hemmersbach in Kerpen statt.
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