Schriftgröße

Transport

Riese überquert die Straße

Von Joachim Röhrig, 06.06.09, 16:29h, aktualisiert 06.06.09, 22:59h

Der Absetzer 756 hat die erste Etappe seiner Tour von Bergheim nach Hambach gemeistert und am Samstag problemlos die Bundesstraße 477 überquert. Bei Glesch verfüllt er nun erstmal ein Loch, dann geht es weiter in den Tagebau Hambach.

Absetzertransport in Bergheim
Bild vergrößern
Eine Waldspazierfahrt der besonderen Art: Nachdem der Absetzer 756 die Bundesstraße 477 überquert hatte, ging es durchs Grüne in Richtung Glesch. Bild: Jo Röhrig
Absetzertransport in Bergheim
Bild verkleinern
Eine Waldspazierfahrt der besonderen Art: Nachdem der Absetzer 756 die Bundesstraße 477 überquert hatte, ging es durchs Grüne in Richtung Glesch. Bild: Jo Röhrig
Absetzertransport in Bergheim
Bild verkleinern
Mehr als baumhoch: Im Schneckentempo wälzte sich der 5000-Tonnen-Koloss voran. (Bild: Jo Röhrig)
Absetzertransport in Bergheim
Bergheim - „Es läuft wie am Schnürchen“, freut sich RWE-Sprecher Manfred Lang am Samstagvormittag mit Blick auf den knarrenden Stahlkoloss, der soeben die Bundesstraße 477 bei Niederaußem überquert hat, „das Schwierigste ist jetzt eigentlich schon geschafft; die restliche Strecke bis nach Glesch wird der 756 sicherlich ebenfalls ohne große Probleme meistern.“

Böse Überraschungen bleiben aus, doch ein wenig Erleichterung klingt in Langs Stimme schon mit. Schließlich schickt selbst RWE nicht alle Tage einen 5000-Tonnen-Giganten wie den Absetzer 756 auf die Reise. Doch die Pflicht ruft: Nachdem er seinen Dienst im alten Bergheimer Tagebau erledigt hat, warten im Großtagebau Hambach ab September neue Aufgabe auf den 756. Und zwischendurch soll er in der Nähe von Glesch noch einen 40 Meter tiefen Fernbandeinschnitt mit Erdreich verfüllen. Um dort hin zu gelangen, muss das Großgerät rund fünf Kilometer zurücklegen.

Monatelang hat RWE Power das logistische Mammut-Unternehmen vorbereitet. Nachdem der Absetzer am Vortag in Startposition gebracht worden war, wird es am Samstag gegen 6 Uhr richtig ernst für Transportleiter Dr. Joachim Witzel und sein 60-köpfiges Team: Zuerst muss das Kiesbett der Hambachbahn abgedeckt und dann auf der Bundesstraße 477 ein Erdwall aufgeschüttet werden, auf dem der Gigant die Straße überqueren soll.

Schon früh am Morgen haben sich am spektakulärsten Punkt der Strecke die ersten Schaulustigen eingefunden, doch der ganz große Ansturm bleibt aus. Als der rund 60 Meter hohe und 40 Meter lange Riese und der zugehörige Bandschleifenwagen gegen 9 Uhr die Querungsstelle an der Bundesstraße erreichen, gucken etwa 150 Zuschauer mit schussbereiten Fotokameras zu.

Die Überquerung der Bundesstraße klappt ebenso reibungslos wie gleich anschließend eine weitere Herausforderung: Der 756 muss sich eine kleine Anhöhe hinaufwälzen und dabei dicht an einem Hochspannungsmast vorbei manövriert werden. Damit der Absetzer die Stromleitung überhaupt passieren kann, sind die Kabel vorher teilweise abgehängt worden. Nach rund anderthalb Stunden ist der schwierigste Streckenabschnitt geschafft.

Anschließend geht es durch eine Schneise im Wald weiter bis in die Nähe des Segelflugplatzes am Glescher Ortsrand. Größere Hindernisse sind hier nicht mehr zu meistern. Die warten allerdings noch auf der zweiten Etappe der insgesamt 17 Kilometer langen Tour von Bergheim nach Hambach. Nach dem gut zweimonatigen Glescher Arbeitseinsatz muss der 756 voraussichtlich am 21. August zunächst die Erft überqueren, später dann noch die Bahnstrecke Neuss-Horrem und Ende August schließlich die Autobahn 61.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Anzeige




Bildergalerien


Extra


Aktion


Das Musik-Event 2011



Die Bahnhofsreporterin


WAS.WANN.WO.


Aktuelle Verkehrsinfos


Neue ksta.tv-Videos aus der Region


RHEINLAND WETTER


Aktion


Twitter


Top-Links (Anzeige)


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste