Von Jan Rossbach, 07.06.09, 18:17h
Doch was heißt „Paper music“? Alles, was an diesem Abend an Geräuschen, Klängen, Tönen zu vernehmen war, entstammte keinem einzigen Instrument, sondern ausschließlich Papier - in jeder denkbaren Form. Das erste „Stück“ beruhte einzig und allein auf der Idee, ein Blatt Papier so klein zu reißen wie möglich. Der erste Riss war lang und laut, dann wurde es immer leiser und kürzer - ein musikalischer Effekt ohne Musik. Die übrigen Kinder, die sich im Kreis in der Kirche verteilt hatten, schlugen ihr Blatt Papier urplötzlich zu einem Knäuel zusammen - nacheinander, so dass der Klang um den Raum herumzulaufen schien.
Dann spielte eine kleine Gruppe improvisierte Rhythmen auf Kartons, bevor Lee Ferguson und Daniel Agi eine Art auskomponiertes Percussion-Duo (natürlich auf Pappkartons) präsentierten. Die Bandbreite und der Fantasiereichtum der „Papiervortuosen“ war faszinierend. Schließlich durfte auch das Publikum mitmachen. Ein Schüler übernahm den Part des Dirigenten, das Publikum schlüpfte in die Rolle des „Papierorchesters“ und bewegte die zuvor ausgelegten bunten Papiere nach den Anweisungen des Schülers - spannend zu sehen und zu hören. Doch ein Geheimnis wartete noch immer auf seine Enthüllung: Was war denn in dem großen und schier unendlich oft verpackten Riesenkarton versteckt, den ein Schüler während der einzelnen Programmpunkte zu öffnen versuchte? Lee Ferguson nahm die Sache jetzt in die Hand, zerriss den Karton mit aller Kraft, ein Schüler sprang heraus und versorgte das Publikum - als wäre schon wieder Karneval - mit Gummibärchen und Kamelle.
Ein ungewöhnlicher Abschluss für ein ungewöhnliches Konzert.
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