Von Christian Hümmeler, 09.06.09, 21:26h
Die Haushaltslage aber sieht düster aus. Allein in den nächsten beiden Jahren fehlen bis zu 350 Millionen Euro, so die aktuelle Prognose der Steuerschätzer. Manch ein Unterstützer des Projektes sorgt sich nun, dass die Akademiegründung angesichts dieser Zahlen auf der Prioritätenliste nach hinten rutscht - ungeachtet aller bisherigen Aussagen. Möglicherweise sehe sich der Stadtkämmerer nun nicht mehr in der Lage, Maßnahmen zu akzeptieren, die 2010 oder später finanzielle Auswirkungen hätten, heißt es auch in einem Schreiben aus der städtischen Kulturverwaltung an den Initiativkreis aus Künstlern und Wissenschaftlern, der die Akademiegründung begleitet.
Für Wirtschaftsdezernent Norbert Walter-Borjans (SPD), zur Zeit in Personalunion auch städtischer Kämmerer, ergebe sich kein neuer Stand, teilte gestern ein Mitarbeiter mit. Man trage das mit, was der Beschlussvorschlag vorsehe. Martin Börschel, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtrat, wies darauf hin, dass ja der Haushalt für 2010 erst noch beschlossen werden müsse. Die geplante Akademie sei jedenfalls, so Börschel „ein tolles Projekt“. Nun müsse dafür gesorgt werden, dass es „so schnell wie möglich starten könne.
Die „Akademie der Künste der Welt“ soll ein „selbstständiger Ort des Dialogs und der kulturellen, interreligiösen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung sein“, so hat es der Stadtrat im Juni 2008 mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Fraktion „Pro Köln“ beschlossen. Dabei soll keine Konkurrenz aufgebaut werden zu bestehenden Projekten und Einrichtungen, vielmehr sollen bereits bestehende, etablierte Orte für die zeitgenössischen Künste der Welt geöffnet werden. Das alles ist geplant in Form einer Akademie, bestehend aus 40 national wie international angesehenen Künstlern. Für all das braucht es kein großes neues Haus, vielmehr will man in städtischen oder in angemieteten Räumen unterkommen. Diese allerdings werden wohl nicht, wie zwischenzeitlich vorgesehen, im neuen Kulturzentrum am Neumarkt liegen - hier ist schlicht zu wenig Platz.
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