Von Katharina Sperber, 12.06.09, 21:03h
Sie interviewte die Stones, lernte Prince kennen, sagte Take That an, dinierte mit Jim Kerr, tanzte auf den aufregendsten Partys in London. Irgendwann war sie selbst so etwas wie ein Star, bis sie Mitte der 1990er Jahre wieder aus dem Showbiz verschwand.
Jetzt will Kristiane Backer zurück auf die ganz große Bühne. Die Miniröcke hat sie abgelegt, Dekolleté würde sie nicht zeigen, obwohl sie es könnte. Kristiane Backer kleidet sich heute „dezent“, wie sie sagt. Dunkle, lange Hose, T-Shirt, darüber eine bunte Bluse mit langem Arm. Ein Kopftuch trägt sie in der Öffentlichkeit nicht, aber zum fünfmaligen Beten jeden Tag bedeckt sie ihr Haar. Backer ist 1995 zum Islam konvertiert - und praktiziert ihre Religion seither streng und gutgläubig.
Findet sie es richtig, dass islamische Mädchen unter den Schleier gezwungen werden? „Nein“, sagt sie. Der Koran, das heilige Buch der Muslime, sei gegen jeden Zwang in religiösen Angelegenheiten. Unterdrückung von Frauen in islamischen Ländern habe nichts mit Religion, sondern mit Kultur zu tun. Außerdem habe sie noch nie eine Muslima getroffen, die gezwungenermaßen das Kopftuch trägt. „Viele Frauen machen das, weil sie wie die Frauen des Propheten leben wollen.“
Suche nach LiebeWarum sie konvertierte? „Ich suchte nach Liebe“, sagt sie. Je prominenter sie wurde, desto stärker empfand sie auch „den Kontrast zwischen Rausch und Leere“. Sie moderierte große Auftritte vor 7000 Gästen - und war nachts in ihrem Hotel doch allein. Dann kam Imran Khan, Kapitän der pakistanischen Kricket-Nationalmannschaft, weltmännisch, groß, dunkle Augen. Imran Khan, „the Lion of Pakistan“, eroberte das Herz der Moderatorin, zeigte ihr seine Heimat, wo Backer vom Palast eines Großgrundbesitzers aus Bauern beobachtet, die sich „von der Natur nur das nehmen, was sie zum Leben brauchen, und was sie an Überschuss erwirtschaften, geben sie an andere ab“. Das sei islamisches Prinzip, sagt Khan, der ihr den Islam predigt.
Sie nimmt seinen Glauben an, konvertiert. Die Liebe zum Pakistaner geht zwar irgendwann zu Bruch. Was aber bleibt, ist die Liebe zu Allah. „Imran war das perfekte Werkzeug Gottes“, sagt sie. Ohne den Kricketspieler hätte sie wohl nicht zum Islam gefunden.
Kristiane Backer sucht das Spirituelle, etwas, das ihrem Leben einen Sinn gibt. Sie erlebt Enttäuschungen auch unter Muslimen, ihre Ehe mit dem marokkanischen Journalisten Rachid Jaafar scheitert vor allem an dessen nicht zu stillenden Besitzansprüchen seiner Ehefrau gegenüber.
Aber der Religion wird Kristiane Backer nie untreu. Davon möchte sie erzählen. Sie hat das Buch „Von MTV nach Mekka“ geschrieben und hätte gern eine große TV-Sendung, in der sie Entertainment mit „Innertainment“ verbinden kann. Sie denkt dabei an Yusuf Islam, Al Gore, Richard Gere, Bob Geldof - „Menschen mit Tiefgang“, die dennoch auch Glamour haben und Spaß machen.
@ brad08
26.10.2009 | 12.39 Uhr | Newton
Ihre Argumentation hinkt, denn Sie sind doch Christ und kein Moslem und als Christ somit tolerant gegenüber anderen Mitmenschen, oder?! Wieso nehmen…
Klar, ...
15.06.2009 | 13.59 Uhr | brad08
in der Diaspora fordern Leute Ihren Schlages maximale Toleranz für die eigene Religion, wie sieht es denn Ihrem Herkunftsland mit Christen oder…
Kristiane Backer
15.06.2009 | 13.44 Uhr | arbiskri
Jeder der ein Weg gesucht um Glücklich und Zufrieden zu seien,sollte man als Christ acceptieren und Toleranz zeigen egal zu welchen Religion,es…
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