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Konferenz

Musikgenuss - wertvoll und kostenfrei

Von Katja Diepenbruck, 15.06.09, 18:59h

„Cologne Commons“ steht für eine Musikkultur, die frei von politischen oder kommerziellen Interessen sein soll. Im KunstWerk wurden Vermarktungsformen diskutiert, nebenan im Gebäude 9 traten verschiedene Künstler auf.

Julia Kotowski
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Julia Kotowski (Bild: Worring)
Julia Kotowski
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Julia Kotowski (Bild: Worring)
Köln - „Wir erleben gerade das Ende des Kapitalismus“, da ist sich Frank Christian Stoffel von den Cologne Commons ganz sicher. „Das lässt sich deutlich in der Musikindustrie beobachten“, sagt er. Frei zugängliche Musik aus dem Internet werde mehr gehört als die herkömmliche CD aus dem Regal. Das Publikum wolle wieder freie Künstler hören, die keinem Vertrag unterstehen, der ihre Musik beeinflusst. Andersherum liege „die Ausbeutung der Künstler durch große Musikkonzerne in den letzten Zügen“, beobachtet Stoffel. Daraus erwachse eine Aufbruchsstimmung - der richtige Nährboden für eine Konferenz der Cologne Commons, eines Zusammenschlusses von Künstlern und Musikinteressierten, die eine Musikkultur frei von politischen und kommerziellen Interessen fordern. Im KunstWerk wurden Vermarktungsthemen ebenso diskutiert wie die unbequeme Frage, ob Künstler eigentlich Geld brauchen.

Beim abendlichen Festival im Gebäude 9 gab's dann Live-Auftritte von jungen Musikern der Szene, die ihre Songs bei „Netlabeln“ zum freien Download anbieten. Ohne Gebühr, versteht sich. Eine von ihnen ist Julia Kotowski, die sich „Entertainment for the Braindead“ nennt und bei ihrem Netlabel „Aaahh-Records“ ganz weit oben auf der Download-Liste steht.

„Es ist mir eine Ehre, heute bei Cologne Commons spielen zu dürfe“, haucht die 22-Jährige mit Kleinmädchen-Stimme ins Mikro und verzaubert das Gebäude 9 mit Gitarre und Folksongs, die sie eigentlich in ihrem Schlafzimmer am Laptop aufgenommen hat und die nach Lagerfeuer in den Dünen schmecken. Wie jedes andere Talent an diesem Abend, kann man sich auch dieses mit nur zwei Klicks herunterladen, aus dem Netz. Ihre Brötchen verdienen müssen die Künstler dann woanders.



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