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Kita-Streik

Eltern besetzen Rathaus

Erstellt 02.06.09, 09:52h, aktualisiert 15.06.09, 09:43h

Die Streiks in den Kitas gehen weiter. Wütende Eltern haben am Mittwochmorgen wieder versucht, das Rathaus zu besetzen. Zunächst Fritz Schramma sprach mit den Eltern und forderte ein Fortführen der Verhandlungen.

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Oberbürgermeister Fritz Schramma beim Gespräch mit den Eltern. (Bild: Rakoczy)
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Oberbürgermeister Fritz Schramma beim Gespräch mit den Eltern. (Bild: Rakoczy)
Köln - Der Kita-Streit geht weiter. Am Mittwochmorgen wollten wütende Eltern wieder das Kölner Rathaus stürmen. Der Eintritt wurde den mit Kindern angerückten Eltern aber um acht Uhr zunächst von Sicherheitsleuten verwehrt. Ein beruhigendes Einwirken eines Mitarbeiters des OB-Büros konnte die Situation entschärfen. Später konnten Eltern mit ihren Kindern ins Rathaus, wurden aber gebeten, sich ruhig zu verhalten. Seit elf Uhr sprach Oberbürgermeister Fritz Schramma mit den aufgebrachten Eltern.

Oberbürgermeister Fritz Schramma sagte anschließend, die Situation sei unverantwortlich für Erzieher, Kinder wie Eltern. Er drängte darauf, dass die Verhandlungen fortgeführt werden. Zudem versprach er, nochmal einen Brief an die kommunalen Arbeitgeber und die Gewerkschaften zu schreiben. Köln ist von den Streiks besonders stark betroffen, da es in der Stadt mehr städtische Kitas gibt als in anderen Städten Nordrhein-Westfalens.

Mit Rasseln, Klappern, Spielzeug und gut zwei Dutzend kleiner Kinder zogen Eltern der bestreikten städtischen Kindertagesstätten Weidengasse und Sülzgürtel schon am Dienstag früh ins Rathaus und ließen sich auf dem blank geputzten Piazetta-Boden im Spielkreis nieder. In der dritten Streikwoche der Erzieherinnen wollen immer mehr Mütter und Väter öffentlich Druck machen, um die Stadt als kommunalen Arbeitgeber aufzufordern, die Arbeitsbedingungen ihrer Erzieherinnen zu verbessern - zum Entsetzen des Rathauspersonals. „Das können die doch nicht machen“, stöhnte eine Bedienstete auf. „Hier laufen doch Hochzeiten.“ Während die Kleinen sich scheu in der hohen Halle umsahen und lieber still ausharrten, griffen die Großen zu Trömmelchen und Schellen. Der Lärm schallte in alle Stockwerke.

Mitten im Rasseln und Geschepper hatte Jugenddezernentin Agnes Klein ein Ohr für die Sorgen und Wünsche der Eltern. „Wir unterstützen die Anliegen der Erzieherinnen voll“, betonte eine Mutter. „Aber wir bekommen inzwischen große Probleme, mit unseren Kindern und im Beruf“, erfuhr die Dezernentin. „Wir haben noch Plätze in den Not-Kitas, warum nehmen Sie die nicht an“, bot sie der Mutter an. Doch die lehnte ab: „Unsere beiden Jungs gehen nicht in eine fremde Kita zu fremden Erzieherinnen. Es geht einfach nicht. Das gibt Tränen.“ „Wir wissen, dass das ein pädagogischer Bruch ist“, meinte Klein. „Aber wir können auch nichts anderes tun als viele Notplätze anbieten.“ (ksta)



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