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Journalisten-Antipreis

„Verschlossene Auster“ für Banken

Erstellt 06.06.09, 15:23h, aktualisiert 06.06.09, 15:27h

Das "Netzwerk Recherche" vergibt seinen Negativpreis für schlechte Pressearbeit an den Bundesverband deutscher Banken. Die Banken hätten in der Krise absichtlich fehlinformiert, so der Vorwurf. Immerhin: Verbandschef Weber holte den Preis selbst ab und verteidigte sein Institut.

'Verschlossene Auster'
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Die von Bankenzentralen geprägte Hochhaus-Skyline von Frankfurt am Main. (Symbolbild: Getty Images)
'Verschlossene Auster'
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Die von Bankenzentralen geprägte Hochhaus-Skyline von Frankfurt am Main. (Symbolbild: Getty Images)
HAMBURG - Der Bundesverband deutscher Banken ist mit dem Negativpreis "Verschlossene Auster" der Journalistenvereinigung "Netzwerk Recherche" ausgezeichnet worden. Verbandsvorstand Manfred Weber räumte bei der Entgegennahme am Samstag in Hamburg ein, dass deutsche Banken in der Finanzkrise auch in der eigenen Öffentlichkeitsarbeit Fehler gemacht hätten. Sicherlich sei manches "nicht optimal" gelaufen, sagte Weber. Den Vorwurf aber, Banken hätten Medien und Öffentlichkeit absichtlich falsch informiert, weise er zurück.

Das Netzwerk Recherche vergibt die undotierte Anti-Auszeichnung an Persönlichkeiten, Unternehmen und Institutionen, die sich gegenüber Journalisten verschlossen verhalten und insofern dem Prinzip der Transparenz zuwiderhandeln. Der seit 2002 verliehene Preis wurde bisher unter anderem an den damaligen Bahnchef Hartmut Mehdorn, an Wladimir Putin, Otto Schily, die Aldi-Gruppe und das IOC verliehen. Nach mehreren Jahren hatte sich mit Weber erstmals wieder ein Preisträger bereitgefunden, persönlich zur Verleihung zu erscheinen und sich zu verteidigen.

Nach Ansicht des Bremer Ökonomie-Professors Rudolf Hickel hat sich der Bundesverband deutscher Banken den Preis "unglaublich hart erarbeitet und verdient". Die Banken hätten in der Finanzkrise "auch fehlinformiert" und "sich nie für irgendetwas entschuldigt", kritisierte Hickel. (epd, ksta)



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