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Anstoss

Absturz wird immer mysteriöser

Von Barbara A. Cepielik, 08.06.09, 16:48h, aktualisiert 08.06.09, 18:18h

Seit dem Verschwinden des Air-Frace-Fluges AF 447 tobt der Wettbewerb der Experten – und der Irrtümer. Auch die Airline selbst hat Anteil an dieser Verwirrung. Anstoß, der tägliche Kommentar auf ksta.de.

AF 447
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Wrackteile werden aus dem Wasser gefischt. (Bild: rtr)
AF 447
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Wrackteile werden aus dem Wasser gefischt. (Bild: rtr)
Gut eine Woche ist der mysteriöse Absturz der Air-France-Maschine jetzt her – und es gibt keine, aber auch wirklich keine Ursache, die nicht schon in den Ring geworfen wäre als Erklärung für das Unfassbare. Jetzt soll erstmal Schluss sein mit dem weltweiten Spekulationen, haben die Verantwortlichen dies- und jenseits des Atlantiks verkündet. die Leichenbergung stehe im Vordergrund, nicht die Trümmersuche.

Flugzeuge, so nehmen wir es wahr, starten und landen. Unglücke ereignen sich meiste auch bei diesen Vorgängen. Dass eine Maschein tatsächlich vom Himmel fällt, das ist selten. Vielleicht lädt deswegen gerade diese Katastrophe zu sovielen Spekulationen ein. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Air France selbst sehr sehr früh eine Ursache genannt hat – das schwere Gewitter – und dann ebenso schnell zurückrudern musste. Damit , so scheint es, war der Reigen eröffnet. Hinterbliebenen der 228 Toten hätte die Unwetter -Erklärung vielleicht geholfen: Naturgewalten, etwas, das man nicht verhindern kann – das macht das Unfassbare erträglich.

Nun aber tobt seit Tagen der Wettbewerb der Experten – und der Irrtümer. Am Freitag meldeten die Brasilianer erste Wrackteilfunde, mussten dann aber zugeben, dass sie ein Schlauchboot mit einem Jet-teil verwechselt hatten. Air France hört mit Staunen dem Meteorologen zu, der wissen lässt, das Gewitter zur Unglückszeit sei gar nicht so spektakulär gewesen. Magazinleser erfahren, ja, das Flugzeug sei früher schon mal defekt gewesen. Nein, dieser kleine Bodenunfall könne es gar nicht gewesen sein, hält ein Blogger dagegen. Vielleicht doch? Wenn schließlich ein Flügel abgefallen ist. Tragfläche? Welche Tragfläche? Woher holen all die selbsternannten Experten das nur!

Die französische Untersuchungsbehörde BEA und ihr Sprecher mahnen seit Tagen, man möge sich nicht aus jedem bekannt werdenden Detail etwas zusammenreimen. Da haben die Herren recht. Aber bei allem Respekt: Dass die Mess-Sonden mit ihren verwirrenden Datenangaben etwas mit dem Unglück zu tun haben, dürfte mehr als nur eine Spekulation sein. Zur Erinnerung: Auch das Flugzeugunglück vom März dieses Jahres in Amsterdam, wo eine Boeing 737 aus Madrid bei der zu frühen Landung verunglückte, ging (unter anderem) auf ein defektes Messgerät zurück. Den Höhenmesser.



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