Erstellt 12.06.09, 15:30h
Blüm kritisierte ein Desinteresse von Verbrauchern und öffentlichen Stellen gegenüber Kinderarbeit. Jedes Spielzeug aus dem fernen Osten werde in Deutschland auf Chemikalien überprüft, die Kinder gefährden könnten. "Wer interessiert sich eigentlich für die Kinder, die solches Spielzeug herstellen?", so der frühere Minister.
"Der Kunde ist König", sagte Blüm, der auch Vorsitzender des Menschenrechtsvereins Xertifix ist, der ohne Kinderarbeit hergestellte Grabsteine mit einem Siegel auszeichnet. Das sollten auch die Steinmetze bedenken, die sich durch seine Organisation in ihrer Berufsfreiheit beengt fühlten. "Seid nicht Handlanger von Ausbeutern", forderte er sie auf.
In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" attackierte Blüm den Bundesinnungsverband der Steinmetze scharf. Es sei "eine grenzenlose Sauerei, in dieser Wohlstandsgesellschaft Grabsteine zu verwenden, die mit dem Blut von Kinderhänden befleckt sind".
Erst vor wenigen Tagen war Xertifix vor Gericht mit seiner Initiative gescheitert, Grabsteine aus Kinderarbeit von Friedhöfen zu verbannen. Geklagt hatte ein Steinmetz, der Umsatzeinbußen fürchtete und Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen für ausgeschlossen hielt. Blüm widersprach vehement. Er lasse sich nicht den Mund verbieten. "Es gibt Kinderarbeit in Indien. Die Steinmetze haben es nicht verdient, von einem so dummen Verband vertreten zu werden." (kna)
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