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Kita-Streik

Eltern gehen auf die Barrikaden

Von Bettina Janecek, 15.06.09, 12:11h, aktualisiert 15.06.09, 12:14h

Unter den vom Kita-Streik betroffenen Eltern schwindet das Verständnis nicht für das Anliegen der Streikenden, wohl aber für deren Methode. Sie rufen zum Gegenprotest am Montag um 14 Uhr im Rathaus sowie am Dienstag um 8 Uhr vor dem DGB-Haus am Hans-Böckler-Platz auf.

Kita Streik Köln
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Spielkreis im Rathaus: Eltern und Kinder bestreikter Kitas fordern Verbesserungen - und das möglichst bald. (Bild: Worring)
Kita Streik Köln
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Spielkreis im Rathaus: Eltern und Kinder bestreikter Kitas fordern Verbesserungen - und das möglichst bald. (Bild: Worring)
Nun machen die Eltern mobil: Auf einer eilends aus dem Boden gestampften Internetseite ( www.elternstreik.de ) machen Kölner Familien aus ihrem Ärger über den in die fünfte Woche gehenden Kita-Streik keinen Hehl. "Super, daß wir Eltern nun gegen die Geiselnahme durch die Gewerkschaften ins Feld ziehen", schreibt dort ein Vater. "Wir sind eben nach drei Stunden Fahrt wieder in Köln angekommen, nachdem wir unsere drei Kinder zum zweiten Mal bei den knapp 300 km entfernten Schwiegereltern abliefern mußten. Die Erfahrungen mit Notkitas waren zu übel, um das nochmal mitzumachen."

Andere Eltern berichten von verstörten, plötzlich wieder einnässenden Kindern, ausfallenden Sommerfesten und gestrichenen Abschluss-Ausflügen für die Vorschulkinder. Familien, in denen beide Elternteile arbeiten, mussten Urlaubstage nehmen, die nun für den Jahresurlaub nicht mehr zur Verfügung stehen. Ein Vater weiß zu berichten, dass die Notfallgruppen bei den "Florakindern" in Riehl in Sanitätszelten betreut werden. " Jeder, der dieses absolut rücksichtsloes Verhalten unterstützt und sich an diesen Streiks beteiligt, hat in einem sozialen Beruf nichts verloren. Berechtigte Ansprüche kann man als Arbeitnehmer auch anders geltend machen, ohne dass man Kleinkinder dafür verletzt," schreibt der erzürnte Vater.

Initiiert wurde die Internetseite von den Eltern mehrerer Kölner Kindertagesstätten, die sich gegen die "Aussperrung unserer Kinder" wehren wollen. Sie wenden sich ausdrücklich nicht gegen die Ziele der Erzieherinnen. Der Zorn der Eltern richtet sich vielmehr gegen die Streiktaktik von Verdi, weshalb die Eltern für Dienstagmorgen 8 Uhr erstmals zu einem Streik gegen Verdi vor dem DGB-Haus am Hans-Böckler-Platz aufgerufen haben. Daneben gehen die Rathausbesetzungen weiter. Am heutigen Montag wollen sich die Eltern um 14 Uhr wieder in der Piazetta treffen, um auch Druck auf die kommunalen Arbeitgeber auszuüben.



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