Schriftgröße

Polizei

Taxi-Räuber festgenommen

Von Thorsten Moeck und Tim Stinauer, 17.06.09, 11:56h, aktualisiert 17.06.09, 20:15h

Die Polizei hat den mutmaßlichen „Taxi-Räuber“ festgenommen. Der Verdächtige wird derzeit vernommen. Der Mann steht im Verdacht, in den vergangenen Wochen zwei schwere Raubüberfälle auf Taxifahrer verübt zu haben.

taxi
Bild vergrößern
Dieses Taxi raubten die Täter in Weiler. (Bild: Krasniqi)
taxi
Bild verkleinern
Dieses Taxi raubten die Täter in Weiler. (Bild: Krasniqi)
Köln - Das Ergebnis ihrer Arbeit führt die Fahnder der Kriminalpolizei am Mittwochmorgen in das oberste Stockwerk eines Chorweiler Hochhauses. Die Wände des dunklen Hausflurs sind mit Farbe beschmiert, auch Murat H. (20 / Name geändert) hat seinen Vornamen gleich mehrfach mit grünem Filzstift auf dem bröckeligen Putz verewigt und sein Revier markiert.

Es ist kurz nach fünf am Morgen, als die Polizisten die Tür am Ende des Flurs einrammen. Hier wohnt Murat mit seiner Mutter. Die Fahnder präsentieren dem Jugendlichen einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Er soll in den vergangenen Wochen zwei schwere Raubüberfälle auf Taxifahrer verübt haben. Während Polizisten den 20-Jährigen zur Vernehmung ins Präsidium nach Kalk fahren, durchsuchen die Ermittler seine Wohnung nach Beweismaterial. Sie finden das Portmonee eines der beiden Taxifahrer.

Tatmotiv: Schulden

Derweil beichtet Murat H. den Beamten der „Ermittlungsgruppe Donatus“ Einzelheiten der beiden Taten, schildert ihnen auch, dass er verschuldet sei und dringend Geld brauchte - das Motiv für die zwei Überfälle. Beide Male erbeutete der Schüler etwa hundert Euro. Er stieg nach Erkenntnissen der Polizei jeweils am Breslauer Platz in die Taxis und ließ sich zur Straße Am Donatushof in Volkhoven bringen, zwei Kilometer von seiner Wohnung entfernt. Mitten auf der Straße soll H. mit einer Schlagwaffe über die Fahrer hergefallen sein, beide wurden schwer verletzt. Ein 67-Jähriger lag eine Woche im Koma, ist aber inzwischen laut Polizei auf dem Weg der Besserung. Anschließend flüchtete er in den Taxis seiner Opfer.

Bei der Fahndung nach dem Täter mussten die Ermittler weitestgehend ohne Zeugenhinweise auskommen. Einziger Anhaltspunkt war eine recht dürftige Personenbeschreibung (etwa 20 Jahre, schwarze Haare, schlank). Doch bei seinem zweiten Überfall soll Murat einen Fehler begangen und Spuren hinterlassen haben. Die Polizei hatte das Taxi des lebensgefährlich verletzten Opfers aufwendig nach Fingerabdrücken und Faserspuren untersucht. Offenbar mit Erfolg. Die Spur führte zu Murat H., dessen Name wegen Körperverletzungen im Polizeicomputer gespeichert war.

Mit der Festnahme des 20-Jährigen hat die Angst vieler Taxifahrer vorerst ein Ende. Etwa hundert Chauffeure hatten in der vergangenen Woche für bessere Sicherheitsvorkehrungen in Taxen demonstriert und waren anschließend in einem Konvoi durch die Innenstadt gefahren. Ein Richter schickte den Verdächtigen in Untersuchungshaft. Dort muss Murat H. heute seinen 21. Geburtstag feiern. Doch nach Fete dürfte ihm nicht zumute sein. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Anzeige


Umfrage

Mehr autofreie Zonen für Köln?
Der Platz vor der Eigelsteintorburg ist schon autofrei, nun soll der Chlodwigplatz folgen. Auch für den Neumarkt schlägt der Masterplan vor, eine Seite für den Verkehr zu sperren. Ist das sinnvoll?


Special


Anzeige




Modisch aufgefallen


Junge Zeiten


Bildergalerien


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Neue ksta.tv-Videos aus Köln




Offene Schulen


Top-Links (Anzeige)



Weitere Serien


ksta shop


Aktuelle Verkehrsinfos


Service


Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Aktion


Aktion



Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste