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Medienranking

Neue Hackordnung der Konzerne

Von Christian Bartels, 17.06.09, 20:34h, aktualisiert 17.06.09, 20:35h

In der Rangliste der weltgrößten Medienkonzerne zeichnet sich eine neue Hackordnung ab. Die klassischen Medienanbieter leiden stärker unter der Krise als die Kabel- und Telefonriesen. Europas größter Medienkonzern bleibt die Bertelsmann AG.

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Das Zusammengehen von Film- und Spiel-Industrie verspricht viel Geld. (Bild: Verleih)
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Das Zusammengehen von Film- und Spiel-Industrie verspricht viel Geld. (Bild: Verleih)
Das zurzeit größte Medienunternehmen der Welt heißt - Comcast. Das nur auf dem US-Markt aktive Kabelunternehmen aus Philadelphia führt die aktuelle Liste der umsatzstärksten Konzerne im Mediengeschäft an. Das Ranking wird vierteljährlich vom „Institut für Medien- und Kommunikationspolitik“ (IfM) in Köln / Berlin erstellt. Die neueste Ausgabe, für die die Umsatzmeldungen für das erste Quartal 2009 ausgewertet wurden, ist in der IfM-Datenbank online verfügbar.

Nachdem die Rangfolge der Medienkonzerne in den letzten Jahren relativ stabil war, „zeichnet sich eine neue Hackordnung der Weltmarktführer ab“, sagt mediadb-Projektleiter Thomas Schnedler. Comcast hat sein Abonnentengeschäft ausgebaut und profitiert von regelmäßigen Einnahmen durch monatliche Grundgebühren, die andere Firmen in schweren Zeiten gern hätten.

Mit umgerechnet 6,78 Milliarden Euro Umsatz liegt Comcast im ersten Quartal 2009 mehr als eine halbe Milliarde vor dem zweitplatzierten Disney-Konzern. Wie die meisten anderen Unternehmen des Mediensektor leidet Disney unter der Wirtschaftskrise. Der drittgrößte Konzern, die vom australisch-amerikanischen Medienmogul Rupert Murdoch beherrschte News Corp., musste ein Minus von 16 Prozent verzeichnen. Betroffen sind vor allem das TV- und das Zeitungsgeschäft. Auch das neue deutsche Investment hat dazu beigetragen: Murdoch hält über 30 Prozent an Premiere (in Kürze: Sky).

Bertelsmann weiter führend in Europa

Europas größter Medienkonzern bleibt die Bertelsmann AG (u.a. RTL, Gruner+Jahr), die mit 3,53 Milliarden Euro Quartalsumsatz weltweit Platz sieben belegt - als die Mediencharts 1997 erstmals ermitteln wurden, firmierte Bertelsmann noch als zweitgrößter Medienkonzern der Welt. Im Mai 2009 kündigten die Gütersloher das größte Sparprogramm ihrer Geschichte an. „Mehrere hundert Millionen Euro“ sollen eingespart werden. Gerüchte über 10 000 Entlassungen wurden dementiert.

Die französische Vivendi, Europas zweitgrößter Medienkonzern, liegt weltweit auf Platz acht: Vivendi konnte beim Umsatz (2,88 Mrd. Euro) zulegen, weil seit 2008 die Spiele-Tochter mit dem Computerspiele-Hersteller Activision fusionierte. Jetzt fließen Videospiele wie „Guitar Hero“ und das hoch profitable Online-Spiel „World of Warcraft“ in die Bilanz ein.

Das zeigt, wie Medien- und Internet-, Telefon- und Videospielunternehmen zusammenwachsen. Von Managern als Wachstumstreiber ausgemalt wurde dieses Fusionieren unter Schlagworten wie Konvergenz schon lange - spektakulärstes Beispiel war die Fusion des Film-, TV- und Pressekonzerns Time Warner mit AOL im Jahr 2001.

Die hat sich nicht ausgezahlt. Das spezielle Internet-Geschäftsmodell von AOL ver lor rasch an Bedeutung. 2009 soll die einst bejubelte Ehe aufgelöst und der AOL-Rest abgespalten werden. Time Warner, im Vorjahr noch weltgrößter Medienkonzern, wird weiter an Größe verlieren. Schon jetzt liegt das Unternehmen nur noch auf Platz vier (mit 5,33 Mrd. Euro Quartalsumsatz), weil es im Zuge einer Konzentration auf Kernkompetenzen sein Kabelgeschäft ausgegliederte.

Klassische Telefongesellschaften ganz oben

Durch das schnelle Internet kommen Filme und Musik, Spiele und Texte vor allem über Telefon- und Fernsehkabel zu den Nutzern. Dieses rasante Zusammenwachsen reflektiert die mediadb-Liste der 50 weltgrößten Kommunikationskonzerne, in der nicht nur die klassischen, „alten“ Medien-Player vorkommen. Auch hier dürfte das Ergebnis viele überraschen. Jedenfalls verhilft der Besitz von Filmstudios oder Fernsehsendern nicht zu Top-Positionen. Ganz oben stehen klassische Telefongesellschaften. Das US-Unternehmen AT & T liegt mit über 84 Mrd. Euro Jahresumsatz auf Platz 1. Es folgen ehemals staatliche Telefongesellschaften wie die japanische NTT auf Platz zwei. Platz vier belegt noch vor der spanischen Telefónica und France Telecom die Deutsche Telekom AG.

In dieser Liste rangiert Bertelsmann auf Platz 25 - einen Rang vor dem Suchmaschinen-Konzern Google, der dank seiner horrenden Börsen-Bewertung von zeitweise über 100 Mrd. Euro in deutschen Diskussionen über die Zukunft der Medien oft als großes Schreckgespenst gilt. Die Medien-„Charts“ bleiben jedenfalls spannend zu beobachten.



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