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Kulturschock der Woche

Arrogante Gewerkschaft

Von Tobias Kaufmann, 22.06.09, 09:48h

Protestierende Kindergärtnerinnen und Erzieher sind nun bereits seit Wochen in den Medien zu sehen. Auch Verdi ist überall zugegen. Tobias Kaufmann über rücksichtsloses Verhalten der „Genossen“ in Kita-Streik.

Kita-Streik
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Kindergärtnerinnen und Erzieher protestieren . (Bild: dpa)
Kita-Streik
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Kindergärtnerinnen und Erzieher protestieren . (Bild: dpa)
Dienstag, vor dem DGB-Haus in Köln. Eine Gruppe Eltern protestiert gegen den Kita-Streik - sie sind frustriert, mit den Nerven am Ende. Ihr Protest richtet sich nicht gegen die streikenden Erzieherinnen, sondern gegen die Gewerkschaft, die zu wenig tut, um die Streiks zu begrenzen oder so übers Land zu verteilen, dass nicht immer dieselben Eltern und Kinder darunter leiden.

Was passiert daraufhin vor dem DGB-Haus? Gehen Verdi-Vertreter auf die Eltern zu, um sie zu überzeugen oder zu besänftigen? Schenkt gar jemand Kaffee aus? Von wegen. Ein Verdi-Funktionär steuert auf das Kamerateam von ksta.tv zu und ruft: „Was halten Sie von ausgewogener Berichterstattung?“ Wie wir dazu kämen, 15 Eltern zu filmen, während nebenan tausend Erzieher protestieren. So als sei Ausgewogenheit eine Frage der Masse; als hätten wir nicht wochenlang über die andere Seite berichtet, etwa über die Riesenkundgebung auf dem Heumarkt.

Eine andere Funktionärin lässt es sich nicht nehmen, eine Elternvertreterin, die offensichtlich auch Verdi-Mitglied ist, ständig höhnisch als „Genossin“ anzusprechen.

Es sind nur zwei Beobachtungen von vielen, doch sie passen zum Bild, das Gewerkschaftsvertreter im Kita-Tarifstreit abgeben. Die Rücksichtslosigkeit, mit der Funktionäre über einen unzumutbaren Zeitraum den Alltag von Familien zerstören, ist schockierend. Zumal sich der Eindruck aufdrängt, die Folgen ihres Streiks sei Verdi und Co. gar nicht bewusst. Statt dessen werden Eltern wie Agenten der Arbeitgeber behandelt. Der fehlende Kontakt zur Basis, den sich Politiker immer vorhalten müssen, trifft auch auf andere zu.



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