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Kita-Streik

„Kinder sind keine Mülltonnen“

Von Kirsten Boldt, 22.06.09, 22:04h

Kita-Streik
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Protestbanner gegen Verdis Form des Streiks halten Gunnar Plewe (l.) und Marc Helmhold den per Bus nach Duisburg abfahrenden Erzieherinnen entgegen. Den massiven Streikeinsatz der Gewerkschaft empfinden sie als rücksichtlos gegenüber sich selbst und ihren Kindern. (Bild: Schwarz)
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Protestbanner gegen Verdis Form des Streiks halten Gunnar Plewe (l.) und Marc Helmhold den per Bus nach Duisburg abfahrenden Erzieherinnen entgegen. Den massiven Streikeinsatz der Gewerkschaft empfinden sie als rücksichtlos gegenüber sich selbst und ihren Kindern. (Bild: Schwarz)
„Kleine Kinder weinen still, wenn Verdis starker Arm es will“ - dieses Protestbanner halten Gunnar Plewe und Marc Helmhold den 1500 Erzieherinnen entgegen, die sich am Hans-Böckler-Platz per Bus auf den Weg zur Zentralkundgebung nach Duisburg machen. Von Vorübereilenden hören sie Beschimpfungen wie „Ihr spinnt ja“ und Lob wie „Genau das denke ich auch. Weiter so.“ Die Unterstützer sind in der Mehrzahl. Offenbar kommen immer mehr Eltern in Schwierigkeiten, was die Unterbringung ihrer Kinder angeht. Ihre Wut wächst mit jedem Streiktag auf Verdi, auf die Stadt und mehr und mehr auch auf die streikenden Erzieherinnen. „Verdi behandelt Kinder wie Mülltonnen. Kinder sind keine Mülltonnen. Müll kann man auftürmen. Kinder aber kann man nicht einfach hin und herschieben“, tobt Helmhold. Er hat drei kleine Kinder. „Jeden Morgen ist Stress und Heulen, weil sie nicht wieder irgendwohin wollen. Einer ist wieder Bettnässer.“ Seiner Ansicht nach ginge es der Gewerkschaft nur um mehr Mitglieder. „Es müssen doch nicht so viele Erzieherinnen streiken. Wir Eltern wären mit ins Boot gekommen, wenn man mit uns gesprochen hätte. Aber Verdi kennt nur die Blockade auf unserem Rücken und dem der Kinder.“

„Sauer auf alle“ ist Birgit Hosseini. Sie steht mit einem halben Dutzend anderer Eltern auf dem Rathausvorplatz. „Unsere Chefs haben uns erklärt, das die Unterbringung unserer Kinder unsere Sache sei. Von Verständnis keine Spur“, erzählt sie. „Elternsein ist jetzt noch mehr ein Minus.“ Eine Mutter hat ihren Sohn nach Bochum zur Schwester gegeben, der Arbeitgeber macht Druck. Ihr Examen, das für August geplant war, habe sie verschieben müssen.



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