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Bonn

Neues Zentrum für Demenzforschung

Von Bert Gerhards, 23.06.09, 17:29h

Das Rheinland hat einen neuen hochrangigen Forschungsstandort: In Bonn hat das Zentrum für Demenzforschung eröffnet. Durch die Zusammenarbeit mit anderen Instituten sollen in der ehemaligen Hauptstadt Kompetenzen gebündelt werden.

Schlaganfall
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Eine gezielte Vorbeugung kann die weltweite Zahl der Schlaganfälle wesentlich senken. (Bild: dpa)
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Eine gezielte Vorbeugung kann die weltweite Zahl der Schlaganfälle wesentlich senken. (Bild: dpa)
BONN - Mit dem „Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen“ (DZNE), das am Dienstag offiziell eröffnet worden ist, ist Bonn zum führenden Standort in Deutschland für die Erforschung für Demenzerkrankungen wie Alzheimer und Parkinson geworden. Für das Zentrum steht ein jährliches Budget von zunächst 40 und später 66 Millionen Euro zur Verfügung, es soll von anfangs 400 auf rund 600 Mitarbeiter anwachsen. Dazu sollen vielen international renommierte Spitzenforscher verpflichtet werden. Die Neugründung eines Forschungszentrums dieser Größenordnung suche in den letzten zwei Jahrzehnten ihres Gleichen, rühmte NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP). „Wir sind sehr stolz, dass Nordrhein-Westfalen als Standort ausgewählt wurde.“ Immerhin hat sich Bonn in einer bundesweiten Ausschreibung gegen 22 Mitbewerber durchgesetzt.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) stellte bei der Eröffnung heraus, dass mit dem DZNE eine völlig neue Struktur geschaffen werde. Die Wissenschaftler am Hauptsitz in Bonn arbeiten bundesweit mit sechs weiteren Instituten an Kliniken, Universitäten und Forschungseinrichtungen in Rostock / Greifswald, Magdeburg, Göttingen, Witten-Herdecke, Tübingen und München zusammen. Es geht um neue Möglichkeiten der Früherkennung, Vorbeugung und Diagnostik sowie wirksamer Therapien und optimaler Pflege der Patienten. Unterstützt wird das DZNE in der Region Köln-Bonn von leistungsstarken wissenschaftlichen Partnern: der Universität Bonn, insbesondere deren Klinikum, dem Forschungszentrum Caesar, dem neu gegründeten Max-Planck-Institut für die Biologie des Alterns in Köln, dem DFG-geförderten Exzellenzcluster Alternsforschung an der Universität zu Köln sowie dem Forschungszentrum Jülich mit seinen Möglichkeiten der Bildgebung des menschlichen Körpers.

Gründungsdirektor ist Professor Pierluigi Nicotera, der zuletzt die Toxikologie an der Universität Leicester in England leitete und dabei die Schädigung von Nervenzellen untersuchte. Er hat bereits im März seine Arbeit in Bonn mit dem Ziel aufgenommen, das DZNE zu einer weltweit anerkannten Einrichtung machen. Nirgendwo anders werde so planvoll und gezielt Demenzforschung betrieben, so Nicotera. Durch die Einbindung der Partnerinstitute sollen die vielfältigen verteilten Kompetenzen in Deutschland gebündelt werden. Zudem sollen wichtige Resultate aus der Grundlagenforschung rasch auf ihre klinische Anwendung hin überprüft werden.

Das DZNE, Mitglied in der Helmholtz-Gesellschaft, ist vorübergehend in der Forschungseinrichtung Caesar an der Ludwig-Erhard-Allee an der Rheinaue untergebracht. Das eigentliche Zentrum der Großforschungseinrichtung entsteht ab Anfang 2010 auf dem Bonner Venusberg. Auf dem Gelände des Bonner Universitätsklinikums werden bis 2012 drei Neubauten mit einer Grundfläche von 15 000 Quadratmetern geschaffen. (mit kna, dpa)



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