Von Tobias Kaufmann, 30.06.09, 22:42h
Der Begriff „digitale Kluft“ kann dennoch eine dramatische Bedeutung haben. Der heftige Streit über das Internetsperren-Gesetz hat es zuletzt gezeigt. Mit den Gegnern dieses Gesetzes, die zumeist viel im Internet unterwegs sind oder darin sogar ihre Jobs oder ein Geschäft haben, fühlt sich eine ganze Gesellschaftsgruppe von der Politik nicht mehr vertreten. Wie können Volksvertreter bar jedes einschlägigen Wissens so ein untaugliches Gesetz durchdrücken? Die Politik wiederum fühlt sich von einer ganzen Gesellschaftsgruppe missverstanden. Wie können diese Bürger übersehen, dass wir es doch gut meinen?
Das ist jene gegenseitige Sprachlosigkeit, die wirklich gefährlich werden kann - und in der sich beide Seiten lieber nicht einrichten sollten. Denn selbst wenn alle ans Netz angeschlossen sind, ist der Lernprozess mit der Kulturtechnik Internet noch längst nicht abgeschlossen.
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