Von Hariett Drack, 26.06.09, 13:11h, aktualisiert 26.06.09, 13:53h
Weder zur Person noch zur Sache will sich T. nach Aussage seiner Anwältin zu den schweren Vorwürfen äußern. Im Ermittlungsverfahren stritt er die Tat vehement ab und behauptete, der Freier, der nach ihm kam, müsse der Täter sein. Scheinbar emotionslos sitzt der korpulente Mann auf der Anklagebank: Geheimratsecken, gepflegter Kinnbart, im linken Ohr ein Ohring - ein "Allerweltsgesicht". Er lässt die Prostituierte nicht aus den Augen, die ebenso ohne Gefühlsregung den Tathergang beschreibt, der sie beinah das Leben gekostet hätte. Per SMS hatte der Koch zuvor wie schon so oft den Termin bei der Prostituierten gebucht, die in einem Appartement in der Altstadt ihre Dienste anbot. Einhundert Euro für die Stunde waren vereinbart.
Doch T. war nicht bei der Sache. Schon als er zur Tür herein kam, hatte Sandra A. gemerkt, "dass er anders war als sonst". Weil er ihr so angeschlagen vorkam und extrem schwitzte, bot sie ihm ein Glas Wasser an und Medikamente. Beides lehnte er ab und wollte zur Sache kommen. "Lass mal Sandra, vielleicht klappt es beim nächsten Mal", habe er ihr dann nach 45 Minuten vergeblicher Liebesmüh bekundet und ihr den vereinbarten Lohn in die Hand gedrückt. Als sie das Geld nahm und sich umdrehte, schlug er zu. Mit einem Hammer, den er offensichtlich mitgebracht hatte. Von dem Tatwerkzeug fehlt bis heute jede Spur: "Er hat immer wieder geschlagen, geschlagen, geschlagen, immer auf den Kopf. Ich habe geglaubt, jetzt muss ich sterben und nur noch an meine Kinder gedacht", beschreibt A. die fürchterlichsten Stunden ihres Lebens.
Dann habe sie sich auf den Boden fallen lassen und sich tot gestellt. "Jetzt hab ich dich endlich umgebracht", waren die letzten Worte, die sie von ihrem Kunden vernahm, als er schließlich die Wohnung verließ. Mit letzter Kraft hatte sie dann ihren Mann angerufen, der Polizei und Krankenwagen alarmierte.
Trotz der schweren Kopfverletzungen, „Schädelprellungen, zahlreiche Platzwunden und Unterblutungen hatte die Prostituierte gegen den Willen der Ärzte nach drei Tagen das Krankenhaus verlassen aus Angst vor ihrem Stammkunden, denn sie befürchtete, er würde sie nun endgültig töten. T. war zwei Wochen später in seiner Wohnung festgenommen worden.
Sehr passend Bild...
26.06.2009 | 15.01 Uhr | XoD
Dieser Richterhammer, zur Schlagzeile...
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