Von Tobias Kaufmann und Christian Löer, 02.07.09, 16:41h, aktualisiert 02.07.09, 21:53h
Dass die Premiere eines eigenen Livespiels im Internet über das Portal „FC-TV“ nicht wirklich geglückt ist, räumt der Verein durchaus ein. „Dass es Fehler gibt, damit war zu rechnen“, sagt FC-Manager Michael Meier. „Aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“
Ärgerlich ist der dilettantische Eindruck, den das Projekt für viele Nutzer machte, aber dennoch für den Klub. Denn der 1. FC Köln hatte weder Kosten noch Mühen für eine professionelle Produktion gescheut. Das Spiel wurde von vier Kameras aufgezeichnet, über der Trainerbank hatte man extra einen Kommentatorenplatz für den unter anderem von „Premiere“ bekannten Reporter Oliver Forster aufgebaut, der den Livekommentar sprach. Am Spielfeldrand sammelte Lilli Holunder Spielerstimmen. Das Material wurde über einen Übertragungswagen verschickt. Alles in allem ein Aufgebot, das laut Experten durchaus eine fünfstellige Summe kosten kann. Damit mit Spielbeginn nicht die Leitung zusammenbricht, hatte der FC vorsorglich Tipps auf seiner Homepage veröffentlicht, wann Interessierte am besten den Player starten.
Das Angebot stimmte also, es kam allerdings nicht wie erhofft in den Rechnern der Kunden an. Eine ungewollte Parallele zum Start des FC-TV-Angebots zu Beginn der Rückrunde der vergangenen Saison. Damals war das groß angekündigte Angebot zunächst tagelang nicht erreichbar.
Nachdem damals die ersten technischen Probleme behoben waren, hat sich das Projekt jedoch schnell behauptet. Die Abonnentenzahl will der 1. FC Köln nicht nennen, sie sei aber vierstellig – aus Sicht von FC-Pressesprecher Christopher Lymberopoulos eine gute Zahl. Auf www.fc-tv.de können Fans kurz nach dem Schlusspfiff verschiedene Zusammenfassungen der FC-Bundesligaspiele sehen – bis hin zum kompletten Spiel. Dazu gibt es Interviews, Pressekonferenzen Trainingsberichte und andere Videos rund um die Mannschaft. Je nach Vertragslaufzeit kostet ein Abo des Internet-Angebots zwischen 3,99 und 4,99 Euro im Monat, Mitglieder des 1. FC Köln zahlen 50 Cent weniger. Auf diese Weise vermarkten inzwischen fast alle Bundesligisten ihre Spiele im Netz – in der Regel vorbei an der Deutschen Telekom, die im Internet die Exklusivrechte an den Livebildern der Bundesliga besitzt. Freundschaftsspiele aber kann der 1. FC Köln selbst vermarkten – da ist ein Livestream aus der Provinz eine durchaus attraktive Ergänzung, um die Bundesliga-Nachberichte an den Fan zu bringen.
Dass es beim ersten Mal Probleme gab, lag offenbar an den Servern, über die der Livestream ausgeliefert wurde. Deshalb funktionierte bei manchen Nutzern alles problemlos – und bei anderen gar nichts. Es werde jetzt eine genaue Analyse des Live-Tests am Mittwoch geben, kündigt Michael Meier an. „Das alles hindert uns aber nicht daran, diesen Weg weiter zu gehen. Es war einen Versuch wert, die Idee ist zukunftsträchtig.“ (tob, chl)
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1 & 1 = 3
02.07.2009 | 17.54 Uhr | karl.madinsky
Das war doch nicht verwunderlich, das die Sache mit FC Köln TV in die Hose geht. Wer schon mal den einen oder anderen Videostream runtergeladen hat…
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