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Sonnengruß contra Alltagsstress

Von Janina Konietzny, 08.07.09, 18:28h

Yoga ist eine philosophische Lehre aus Indien mit langer Tradition und Geschichte. Es geht nicht um die Perfektion der Übungen, sondern darum, auf seinen eigenen Körper und sein Herz zu hören.

Yoga
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„junge-Zeiten“-Mitarbeiterin Janina schwört auf Yoga. Mit den Übungen für Körper und Geist schafft sie es, zu entspannen und so den Ausgleich zu bekommen, den sie zu ihrem oft stressigen, arbeitsreichen Alltag braucht. (Bild: Konietzny)
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„junge-Zeiten“-Mitarbeiterin Janina schwört auf Yoga. Mit den Übungen für Körper und Geist schafft sie es, zu entspannen und so den Ausgleich zu bekommen, den sie zu ihrem oft stressigen, arbeitsreichen Alltag braucht. (Bild: Konietzny)
Gedämpftes Licht. Stille. Ich liege zugedeckt auf einer Matte. Nacheinander spanne ich alle Körperteile an und lasse dann wieder locker. Der Grundstein für die körperliche Entspannung ist gelegt, die geistige beginnt sogleich. Meine Yogalehrerin Daniela Steffens fordert mich und die anderen beiden Kursteilnehmer auf, gedanklich alle Sorgen und Belastungen hinter uns zu lassen. Ich befinde mich nur im Raum mit mir selbst.

Nach dieser Beruhigungsphase beginnt der dynamische Teil des Programms, das Hatha Yoga, bei dem der Körper mit unterschiedlichsten Stellungen - den so genannten Asanas - gefordert wird. Die dynamischste Übung ist hierbei der Sonnengruß, eine Abfolge von zwölf Bewegungen, die mit dem Ein- und Ausatmen verbunden werden und durch die der Rücken in alle Richtungen gedehnt wird. Auf diese Übung folgen meist kurze Visualisierungen, die zum Raja Yoga zählen, wobei man sich zum Beispiel eine liegende Acht vorstellt, die die Konzentration schult (sehr zu empfehlen vor Prüfungen).

Atem als Quelle des Lebens

Das Rollen auf dem Rücken mit angezogenen Beinen massiert die Wirbelsäule, der Schulterstand erfordert enormen Gleichgewichtssinn. Dieser wird auch bei anderen Übungen, wie dem bekannten „Baum“ geschult. Etliche Dehnungsübungen verbessern nach und nach die Beweglichkeit, stärken die Muskulatur und tragen so zur körperlichen Gesundheit bei.

Nach der körperlichen Ertüchtigung, die mich so manches Mal ins Schwitzen gebracht hat, folgen die mentalen Yoga-Übungen, genauer gesagt die Atemübungen. Diese zählen zum Kundalini-Yoga, das die körpereigenen Energien erneuert, die wir am Tag verlieren. Unser Atem ist die Quelle des Lebens, und sobald wir das Säuglingsalter hinter uns haben, atmen wir ausschließlich flach und nicht mehr in den Bauch, was allerdings viel gesünder ist. Im Yoga wird die Bauchatmung wieder trainiert: Nachdem man sich im Lotossitz niedergelassen hat, der absoluten Yoga-Grundstellung, atmet man erst durch das rechte Nasenloch ein und hält sich dabei das linke zu, und dann durch das linke Nasenloch wieder aus. Auch die Ujjayi-Atmung, die so genannte Reibelautatmung, bei der man sich vorstellt, dass man nur durch den Hals atmet und so ein Reibelaut entsteht (ähnlich einem leisen Schnarchen), entspannt und schaltet die flache Atmung aus.

Bei allen körperlichen und mentalen Übungen im Yoga geht es darum, sich des Körpers und seiner Gefühle bewusst zu werden. Am Ende einer Übungsstunde, die etwa 90 Minuten dauert, steht eine Fantasiereise, bei der man sich gedanklich an einen schönen Ort versetzt oder sich beispielsweise vorstellt, dass im Kopf ein Licht entsteht, das sich im ganzen Körper ausbreitet. Nun sind Geist und Körper völlig ruhig und man befindet sich in einem Moment der totalen Entspannung und des Losgelöstseins.

Ganz zum Schluss singen wir ein Mantra, ein kurzes Lied, in dem wir um Frieden bitten. Das Mantra zählt zum Bhakti-Yoga, bei dem es um das Streben nach Frieden und Liebe geht. Klänge sind im Yoga sowieso wichtig, weil die reine Lehre besagt, dass jedes Lebewesen aus Klängen besteht. Das wohl bekannteste Mantra lautet „Om“.

Beim Yoga geht es nicht um die Perfektion der Asanas, sondern darum, auf seinen eigenen Körper und sein Herz zu hören. Also keine Angst, wenn man nicht alles hinbekommt. Übrigens: Viele Übungen, die Krankengymnasten mit ihren Patienten machen, stammen aus der Yoga-Praxis.

In Zeiten, in denen sich fast jeder über Stress und Druck beklagt, in denen sich der Schreibtisch vor Hausaufgaben biegt und Ewigkeiten vor dem Computer verbracht werden, ist es auch für junge Leute wichtig, einen Ausgleich zu haben. Etwas, das hilft, sich für kurze Zeit vom Alltag loszulösen und zu entspannen, um so den täglichen Anforderungen geistig und körperlich gewachsen zu sein. Dies kann Yoga leisten. Mir persönlich hat es im Umgang mit Stress enorm geholfen.

 www.yoga-welten.de



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