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Biocampus

Neue Räume auf dem Biocampus

Von Clemens Schminke, 09.07.09, 18:12h

Der renommierte Forscher Manfred Eigen, der 1967 den Nobelpreis für Chemie erhalten hat, ist in Köln mit einer Namensgebung eines so genannten Screening-Labor geehrt worden. Zur Einweihung war der Naturwissenschaftler aus Göttingen angereist.

Prof. Manfred Eigen
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Prof. Manfred Eigen (r.) und Ruthild Winkler-Oswatitsch ließen sich von Thomas von Rüden (2.v.l.) durch das Labor führen. (Bild: Krasniqi)
Prof. Manfred Eigen
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Prof. Manfred Eigen (r.) und Ruthild Winkler-Oswatitsch ließen sich von Thomas von Rüden (2.v.l.) durch das Labor führen. (Bild: Krasniqi)
Köln - An der Göttinger Universität, wo er studiert hat und als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war, ist ein Hörsaal nach ihm benannt, und bei der Bunsen-Gesellschaft gibt es Manfred-Eigen-Nachwuchswissenschaftler-Gespräche. Nun ist der renommierte Forscher, der 1967 den Nobelpreis für Chemie erhalten hat, auch in Köln mit einer Namensgebung geehrt worden. Die Firma Direvo Industrial Biotechnology, die auf dem BioCampus Cologne in Bocklemünd beheimatet ist, hat ihr so genanntes Screening-Labor, das Herzstück ihrer neuen Anlage, nach Manfred Eigen benannt. Zur Einweihung war der Naturwissenschaftler gemeinsam mit Ruthild Winkler-Oswatitsch, mit der er lange am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie zusammengearbeitet hat, aus Göttingen angereist.

Die Direvo Industrial Biotechnology GmbH wurde im Juli 2008 als Tochter der Direvo Biotech AG gegründet und zwei Monate später, kurz vor dem Erwerb der Muttergesellschaft durch die Bayer Health Care AG, in die Selbständigkeit entlassen. Heute sind dort 40 Mitarbeiter beschäftigt. Die neuen Räume auf dem Biocampus bieten auf zwei Etagen insgesamt 1700 Quadratmeter Platz. Im Parterre befinden sich die Labors, in denen daran gearbeitet wird, Enzyme und Mikroorganismen für die Biokatalyse, also die Beschleunigung eines Stoffwechselprozesses optimiert. Dabei wird das Prinzip der gelenkten Evolution, der „directed evolution“, angewandt, deren Abkürzung den Namen „Direvo“ ergibt.

Die wissenschaftlichen Arbeiten Eigens, der Mitgründer und Gesellschafter der Kölner Firma ist, haben die Grundlage geschaffen. Der 82-Jährige hat den Nobelpreis für die Untersuchung extrem schnell ablaufender chemischer Reaktionen erhalten, sich später der Biologie zugewandt und mit Fragen der Evolution beschäftigt. Eigen hat sie auf molekularer Ebene untersucht und ein physikalisch-chemisches Modell für ihre Abläufe konzipiert.

Individuelle Tests

Von den Forschungen der „evolutiven Biotechnologie“ ausgehend, haben er und seine Mitarbeiter dann „Evolutionsmaschinen“ entwickelt, mit denen Enzyme nach den Gesetzen der Natur produziert werden können. In dem nach ihm benannten Screening-Labor sei es möglich, pro Tag 150 000 individuelle Tests vorzunehmen, sagte Geschäftsführer Thomas von Rüden bei der Einweihung der Räume. Der große Aufwand dient dazu, Enzyme und Mikroorganismen zu erzeugen, die beispielsweise für die Produktion von Futter- und Nahrungsmitteln wichtig sind.



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