Von Clemens Schminke, 09.07.09, 18:12h
Die Direvo Industrial Biotechnology GmbH wurde im Juli 2008 als Tochter der Direvo Biotech AG gegründet und zwei Monate später, kurz vor dem Erwerb der Muttergesellschaft durch die Bayer Health Care AG, in die Selbständigkeit entlassen. Heute sind dort 40 Mitarbeiter beschäftigt. Die neuen Räume auf dem Biocampus bieten auf zwei Etagen insgesamt 1700 Quadratmeter Platz. Im Parterre befinden sich die Labors, in denen daran gearbeitet wird, Enzyme und Mikroorganismen für die Biokatalyse, also die Beschleunigung eines Stoffwechselprozesses optimiert. Dabei wird das Prinzip der gelenkten Evolution, der „directed evolution“, angewandt, deren Abkürzung den Namen „Direvo“ ergibt.
Die wissenschaftlichen Arbeiten Eigens, der Mitgründer und Gesellschafter der Kölner Firma ist, haben die Grundlage geschaffen. Der 82-Jährige hat den Nobelpreis für die Untersuchung extrem schnell ablaufender chemischer Reaktionen erhalten, sich später der Biologie zugewandt und mit Fragen der Evolution beschäftigt. Eigen hat sie auf molekularer Ebene untersucht und ein physikalisch-chemisches Modell für ihre Abläufe konzipiert.
Individuelle Tests
Von den Forschungen der „evolutiven Biotechnologie“ ausgehend, haben er und seine Mitarbeiter dann „Evolutionsmaschinen“ entwickelt, mit denen Enzyme nach den Gesetzen der Natur produziert werden können. In dem nach ihm benannten Screening-Labor sei es möglich, pro Tag 150 000 individuelle Tests vorzunehmen, sagte Geschäftsführer Thomas von Rüden bei der Einweihung der Räume. Der große Aufwand dient dazu, Enzyme und Mikroorganismen zu erzeugen, die beispielsweise für die Produktion von Futter- und Nahrungsmitteln wichtig sind.
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