Von Helmut Frangenberg, 14.07.09, 17:30h, aktualisiert 14.07.09, 17:32h
Die Beschäftigungsträger, die Langzeitarbeitslose bei ihren Ein-Euro-Jobs betreuen und qualifizieren, sind im Mai überraschend darüber informiert worden, dass ihnen vorerst keine weiteren Arbeitslosen mehr zugeteilt werden. In der Arge ist das Geld für die Integrationsjobs knapp geworden, obwohl es keine Kürzungen im Gesamtetat gibt. Für Volkmar und Schulz ist das Ausdruck einer schlechten Finanzplanung der Arbeitsverwaltung. „Wo ist der Jahresetat geblieben?“, fragt Volkmar. Für Ärger sorgt vor allem die Kurzfristigkeit der Ankündigung der Arge. So habe man nicht planen können. Beim Kolpingwerk stehen nun sechs von 16 Arbeitsplätzen auf der Kippe. Nach einer Abfrage der Sprecher der zentralen Träger der Maßnahmen sind zurzeit insgesamt 30 Jobs im Bereich Weiterbildung und Betreuung von Arbeitslosen betroffen.
Außerdem bestehe die Sorge, dass gut laufende Projekte „ausbluten“. Man habe ausgesprochen gute Rückmeldungen aus den Schulen erhalten, wo die neuen Schulserviceteams mit Ein-Euro-Jobbern helfen. „Das ist jetzt in Gefahr“, warnt Volkmar. „Wir müssen Leute ablehnen, die gerne bei uns arbeiten möchten“, berichtet Schulz. „Das hat nichts mit sinnvoller Planung zu tun.“
„Wir mussten steuernd eingreifen“, verteidigt sich Arge-Chef Müller-Starmann. Weil die Ausgaben in anderen Bereichen stark angestiegen seien, müsste bei den Integrationsjobs gespart werden. Deshalb werde man bis August keine Arbeitslosen mehr in die Programme der Träger vermitteln. Danach wolle man wieder auf eine Zahl von 1500 Plätzen kommen.
Qualifizierung geboten
Damit ist die Kölner Arge weit entfernt von den Zielvorgaben, mit denen man einst die damals heftig umstrittenen Ein-Euro-Jobs unter dem Label „Integrationsjobs“ einführte. Zeitweise standen bis zu 4500 Plätze bereit. Da die Maßnahmen ein halbes Jahr dauern, hätten sie 9000 Arbeitslosen zumindest zeitweise Beschäftigung, aber auch Qualifizierung geboten. Bei der Konzipierung der Programme hatten Arbeitsagentur und Stadt vorgegeben, dass dieser Qualifizierungsanteil sehr hoch sein soll. Das hat die Integrationsjobs zu einem recht teuren Instrument gemacht. Die Arge will ihre Vorgaben für die Programme bis zum Ende der Ferien überarbeiten. Für einige dürfte das bedeuten, dass der Qualifizierungsanteil nun sinken wird.
Müller-Starmann hält die „Ein-Euro-Jobs“ weiterhin für ein „vernünftiges Instrument“ zur Qualifizierung von Arbeitslosen. Andere Instrumente wie die Zahlung von Eingliederungs- und Beschäftigungszuschüssen seien jedoch effektiver, weil hier Jobs im ersten Arbeitsmarkt gefördert würden. Da im ersten Halbjahr zehn Millionen Euro mehr gezahlt wurden als zunächst geplant, müsse nun bei den Integrationsjobs gekürzt werden. Außerdem habe man mehr Programme durch öffentliche Ausschreibungen vergeben. Dort sei man durch klare Verträge gebunden und könne nicht kürzen. Die laufenden Programme von großen Trägern wie dem Kolpingwerk oder „Zug um Zug“ müssen das nun ausbaden, sagt Volkmar. „Bei uns herrscht gedämpfte Untergangsstimmung.“
Ausschreibungen
15.07.2009 | 09.16 Uhr | nic374
Man vergibt also Verträge über Ausschreibungen. Die sind festgeschrieben, können nicht gekürzt werden. Und für die Ein-Euro-Jobs reicht das Geld…
Qualifizierung
15.07.2009 | 09.04 Uhr | nic374
Mal unabhängig von dem was man von den Ein-Euro-Jobs hält, was bitte läuft bei der ARGE ab? Bei den Trägern wird also von Mai bis August komplett…
Kurzarbeit statt Arbeitsbeschaffung
15.07.2009 | 08.51 Uhr | Hilfskraft
ARGE ist ein zynischer Witz und ein Mittel, Statistiken nach Belieben zu schönen, zu manipulieren.
Es werden schwachsinnige Weiterbildungskurse…
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