Von Ralph Schulze, 14.07.09, 17:11h, aktualisiert 14.07.09, 21:11h
Gleich 17 Schüler aus Kiel kamen aus der Urlaubshochburg Lloret de Mar mit der Schweinegrippe zurück. Ähnlich erging es einigen jungen Leute aus Niedersachsen und sechs Jugendlichen aus Hilden, wo man sich auf weitere Fälle einstellt - die sechs gehörten zu einer 100-köpfigen Reisegruppe.
Lloret de Mar an der Costa Brava ist ein beliebtes Ziel für junge Leute. Llorets Strandpartys und Discos mit viel Körperkontakt sind der ideale Virus-Umschlagplatz. Auch Mallorca scheint stärker vom Virus betroffen, als den Inselbehörden lieb ist. Acht junge deutsche Männer aus der Nähe Hannovers brachten das Virus von dort mit. Genau wie sieben junge Hessen, die am „Ballermann“ ihr Abi feierten. Vier Brandenburger ebenfalls, außerdem eine vierköpfige Familie mit zwei kleinen Kindern aus Ravensburg (Baden-Württemberg). Die Liste wird täglich länger. Auch aus Großbritannien und Portugal werden Mallorca-Infektionsfälle gemeldet. Die balearischen Gesundheitsbehörden nehmen gelassen, dass der Schweinegrippe-Virus an der Partymeile und in der Umgebung Palmas unterwegs ist. Lediglich drei offizielle H1N1-Kranke auf Mallorca, einer auf Ibiza - so lautet der offizielle Stand.
Iberisches Sorgenkind
„Der Virus zirkuliert auf Mallorca genau wie in Düsseldorf oder Helsinki“, heißt es schlicht. Das Urlaubsland Spanien ist mit etwa 1100 registrierten Infektionsfällen größtes Sorgenkind der EU. 15 Patienten befinden sich derzeit im kritischen Zustand. Zwei Menschen in der Hauptstadt Madrid und auf den Kanarischen Inseln, starben bisher. Besonders der Todesfall einer hochschwangeren Patientin in Madrid lässt ahnen, dass Spanien nicht ausreichend für die Epidemie gerüstet ist: Drei Mal ging die 20-jährige Dalila M. mit Fieber und Husten ins Hospital - drei Mal schickte man sie heim. Erst beim vierten Arztbesuch wurde die Schweinegrippe erkannt. Zu spät - Dalila stirbt, das Baby wird zunächst gerettet. Zwei Wochen später erliegt das Kind einem, wie die Ärzte zugeben, „fürchterlichen Behandlungsfehler“. Ihm war Nahrung intravenös statt per Magensonde verabreicht worden.
Es liegt auf der Hand, dass Spaniens Reisebranche den Virus am liebsten zum Teufel wünschen würden. Das Urlaubsgeschäft befindet sich ohnehin in der Krise. Ein Urlaubereinbruch von mehr als zwölf Prozent macht den.
Schweinegrippe in Spanien
14.07.2009 | 20.31 Uhr | verbraucherschutz spanien
Der Verbraucherschutz Spanien www.vsspanien.de berichtet seit Ausbruch der Schweinegrippe täglich aktuell. Es verwundert seit langem, dass vor Ort…
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