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Fachhochschule Deutz

Gutachter empfehlen Campus Süd

Von Peter Berger und Kerstin Meier, 15.07.09, 20:45h, aktualisiert 15.07.09, 20:54h

Zum Umzug der Ingenieurwissenschaften der Fachhochschule von Deutz auf das Gelände der ehemaligen Dom-Brauerei gibt es aus Sicht von Experten keine Alternative.

Fachhochschule Köln
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Die Ingenieurwissenschaftliche Fakultät der Fachhochschule Köln soll von Deutz in den Kölner Süden ziehen. (Bild: Worring)
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Die Ingenieurwissenschaftliche Fakultät der Fachhochschule Köln soll von Deutz in den Kölner Süden ziehen. (Bild: Worring)
Köln - Ein Neubau des Ingenieurwissenschaftlichen Zentrums (IWZ) auf dem Gelände der ehemaligen Dom-Brauerei in der Südstadt ist nur unwesentlich teurer als die Sanierung des alten Gebäudes in Deutz. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes in Auftrag gegeben hat. Demnach würde ein Neubau des IWZ rund 300 Millionen, eine Sanierung etwa 290 Millionen Euro kosten.

Obwohl sie etwas günstiger wäre, raten die Gutachter von einer Sanierung ab. Stattdessen bevorzugen sie einen Neubau. Das Geisteswissenschaftliche Zentrum (GWZ) würde an den Standorten Claudiusstraße, Ubierring und Mainzer Straße verbleiben. Denn durch die Bauarbeiten während der Sanierung in Deutz käme es zu einer „erheblichen und unzumutbaren Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Lehr- und Forschungseinheiten“, heißt es in dem Gutachten. Das befürchtet auch Joachim Metzner, Präsident der Fachhochschule: „Wenn wir zehn Jahre lang Ingenieure in einem Gebäude ausbilden sollen, das gleichzeitig saniert wird, sehen wir äußerste Probleme, die Qualität der Lehre sicherzustellen.“ Das sei vor Studierenden „grundsätzlich“ nicht zu rechtfertigen - und erst recht nicht vor dem Hintergrund, dass sie Beiträge für die Verbesserung der Lehre zahlten.

Darüber hinaus rechnen Demographen in den kommenden Jahren mit einem Anstieg der Studierendenzahlen. In den Jahren 2012 und 2013 wird es einen besonders großen Ansturm auf die Hochschulen geben - denn dann schreiben sich die Studierenden aus den doppelten Abiturjahrgängen ein. Das bedeute Raumnot und erhöhe auf jeden Fall den Zeitdruck, so Metzner. Und deswegen müsste auch - wenn das IWZ-Gebäude in Deutz saniert würde - auf jeden Fall zuvor ein Ausweichquartier gebaut werden. Ginge es nach dem FH-Präsidenten, könnte mit dem Neubau sofort begonnen werden. „Eine entsprechende Zielvereinbarung mit dem Land und eine endgültige Finanzierungszusage wird aber erst im September erfolgen. Das Bauministerium lässt zurzeit überprüfen, ob die Zahlen aus dem Gutachten tatsächlich realistisch sind“, so Metzner.

Streit zwischen Dezernenten

Der Streit um den geplanten Fachhochschulcampus in der Südstadt zieht sich quer durch die Stadtverwaltung. Wirtschaftsdezernent Norbert Walter-Borjans ist dafür, das IWZ aus Deutz auf das neue Gelände zu verlagern, Stadtentwicklungsdezernent Bernd Streitberger dagegen will den Fachhochschulstandort aus strukturpolitischen Erwägungen auf der rechten Rheinseite unbedingt erhalten.

Am heutigen Donnerstag werden sich die beiden Dezernenten zusammensetzen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Eine Vorlage, die im Stadtentwicklungsdezernat für die Beratungen durch die Politiker vorbereitet wurde, will Walter-Borjans nicht akzeptieren. Er habe die Unterstützung des Oberbürgermeister, der sich ebenfalls für den neuen Campus Süd ausgesprochen habe. Auch der BLB übt in einer schriftlichen Stellungnahme heftige Kritik an der Vorlage. „Vor dem Hintergrund steigender Betriebskosten und notwendiger Synergienutzungen“ gebe es zum Campus Süd keine Alternative.



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