Von Manfed Kriener, 16.07.09, 22:46h
Ganz ähnlich sieht es bei den Grizzlybären aus. Auch er hat sich gut erholt, nachdem er schon auf der Liste bedrohter Tierarten gestanden hatte und streng geschützt worden war. In den US-Bundesstaaten Wyoming, Idaho und Montana stieg die Zahl der Bären von 130 auf 600, das Tier wurde daraufhin wieder von der Liste gestrichen.
Doch Wolf und Grizzly haben noch etwas miteinander gemein: Kaum geht es ihnen besser, droht den beiden die Flinte. In deutschen Wäldern wurden in den vergangenen sechs Monaten drei Wölfe illegal erschossen, der letzte im Juni in Sachsen-Anhalt ausgerechnet während der Aufzucht der Welpen. Begegnet im amerikanischen Yellowstone-Nationalpark der Elchjäger einem Bären, fackelt er nicht lange: 48 Exemplare wurden dort im vergangenen Jahr niedergestreckt. Vergeblich hat der US-Biologe und Bären-Populationswächter Christopher Servheen die „nicht-letale“ Bärenabwehr durch wirksame Schutzsprays empfohlen. Bricht der Koloss durchs Geäst, verlassen sich viele Jäger lieber auf ihre Schusswaffen. Das kann man sogar nachvollziehen.
Zweifel, ob Wölfe Menschen angreifenBei den Wölfen sieht die Sache etwas anders aus. Schon lange bezweifeln Wissenschaftler, ob die Tiere überhaupt Menschen angreifen. Honigbienen haben weit mehr Menschen auf dem Gewissen als Wölfe. Längere Beobachtungen eines Rudels in Kanada ergaben, dass die Tiere dort hauptsächlich Mäuse und Kleinvieh fraßen. Gelegentlich kommen Wölfe menschlichen Siedlungen nahe und reißen ein Schaf. Inzwischen kümmern sich die Wolfshüter aber auch um den Schafschutz. Bundesländer geben Geld für Spezialzäune und die Ausbildung großer Hütehunde aus.
Dass Wölfe trotzdem immer wieder erlegt werden, liegt eher an irrationalen Ängsten und ihrem schlechten Image. Demnächst wird sich der Wolfsjäger aus Sachsen-Anhalt vor Gericht verantworten müssen. Vielleicht erinnert sich der Richter ja an das alte Märchen und fragt, frei nach den Gebrüdern Grimm: Jäger, warum hast Du so panische Augen? Und so ein großes Gewehr?
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige

Frankfurter Rundschau
Protest gegen Urheberrechtsabkommen ACTA - 2000 demonstrieren in FrankfurtBundesweit Proteste gegen Urheberrechtspakt - „Legt ACTA ad acta“

EXPRESS
3:0-Sieg gegen Schalke - Currywurst-Prämie! Fohlen scharf auf TitelDSDS nach Recall-Abbruch - Kann Ole die Jury diesmal überzeugen?

Spiegel Online
Talfahrt von Hertha BSC: Berliner Offenbarungseid in StuttgartHertha vor dem Absturz: Skibbe auf der Schippe