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Nichtwahl-Spot

Meinen die das wirklich ernst?

Von Tobias Kaufmann, 20.07.09, 17:23h, aktualisiert 31.07.09, 16:01h

Im Internet rufen Prominente dazu auf, nicht zur Wahl zu gehen. Der skandalträchtige Appell stellt sich bei näherem Hinsehen jedoch als harmlos heraus – und als Kopie einer Kampagne, die im Vorjahr in den USA lief.

Jan Hofer
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"Sie werden es mir nicht glauben, aber ich gehe nicht wählen." So tritt Tagessschau-Sprecher Jan Hofer in dem "Nicht-Wahlen!"-Video auf.
Jan Hofer
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"Sie werden es mir nicht glauben, aber ich gehe nicht wählen." So tritt Tagessschau-Sprecher Jan Hofer in dem "Nicht-Wahlen!"-Video auf.
„Geh nicht hin!“ Klarer kann man einen Aufruf zum Nichtwählen nicht verfassen. Auf der Internetplattform Youtube gibt es seit kurzem einen 1,10 Minuten langen Spot, in dem mehr oder weniger Prominente wie Bernhard Brink, Sarah Kuttner und Jan Hofer sich mehr oder weniger überzeugend dazu bekennen, dass sie bei der kommenden Bundestagswahl ihr Stimmrecht nicht ausüben werden. „Ich scheiß' auf die Wahl“ sagt etwa Schlagersänger Brink.

Aber keine Sorge: Er meint es nicht so. Er meint es, wie das Management des Sängers uns per E-Mail mitteilte, „natürlich ironisch!“ Das gilt auch für Schauspieler Claude-Oliver Rudolph, der Politiker in dem Spot pauschal als Versager bezeichnet. Die Slogans sind so platt, um die üblichen Vorurteile gegenüber der Politik zu spiegeln - und sie dann so zu drehen, dass am Ende die Aussage steht: „Geh wählen!“

Pointe kommt spät

Dass dies die Pointe sein soll, merkt man dem vorab verbreiteten Spot allerdings nicht an. In Internetforen von Seiten, die über das Video berichteten, herrscht teilweise helle Empörung. Da sind jene im Vorteil, die das Original kennen. Im letzten US-Wahlkampf traten echte Prominente - von Leonardi Di Caprio über Jennifer Aniston bis Dustin Hofman - mit derselben Botschaft auf. Etwa ab der Mitte des Spots schwenkt das Ganze um, am Ende wird dazu aufgerufen, sich als Wähler registrieren zu lassen.

Ob auch die eher billig wirkende deutsche Kopie so enden wird? Vorerst soll Rätselraten Aufmerksamkeit erzeugen, erst am 28. Juli wird die Kampagne vorgestellt. Verraten wird nur: Hinter der Idee stecken die TV-Produktionsfirma „Pro Bono“ von Friedrich Küppersbusch und die Politik-Plattform „politik-digital.de“, die sich Kommunikation und Beteiligung in der Demokratie widmet.

Von diesen Enthüllungen abgesehen ist der Kampf gegen Wahlmüdigkeit noch streng geheim. Der Name des Vereins, der politik-digital betreibt, dürfte vielen Kölnern aber schon gefallen: pol-di.net.



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