Von Dirk Böttger, 24.07.09, 14:46h, aktualisiert 27.07.09, 09:15h
Und das bei denkbar einfacher Handhabung. Zudem machen die innovativen Helferlein die kompakten Digitalkameras zu Spezialisten in bestimmten fotografischen Sujets wie beispielsweise bei der Sport-, Landschafts- oder Porträtfotografie.
Die Eingangs angesprochenen Gesichtserkennung gehört mittlerweile zur Grundausstattung fast jeder gehobenen Marken-Digitalkamera. Ist die Gesichtserkennung oder neudeutsch „Face Detection“ aktiviert, stimmt die Kamera Belichtung, Farben und Fokus automatisch auf die jeweilige Person im Bild ab. Die Face-Detection-Technologie in den neusten Canon-Kompaktkameras der Ixus-Baureihe unterscheidet dabei bis zu 35 Gesichter in einem Motiv und die neue „Blink Detection“ - frei übersetzt Blinzelwarnung - verhindert Aufnahmen von Personen mit geschlossenen Augen. Gut für Gruppenaufnahmen, in denen der Fotograf mit auf das Bild soll: Der Selbstauslöser mit Gesichtserkennung macht erst dann eine Aufnahme, wenn ein zusätzliches Gesicht im Bild erkannt wird. Die Coolpix-Modelle aus dem aktuellen Nikon-Programm lösen sogar erst dann aus, wenn alle Personen auf dem Bild lächeln. Zum Optimieren von Porträts stehen bei den Casio Modellen Exilim EX-Z300 und Z400 neben der Gesichtserkennung zusätzlich der so genannte „Make Up“-Shot zur Verfügung, der Hautunreinheiten in Gesichtern entfernt, Schatten aufhellt und Schärfe, Sättigung und Kontrast auf das jeweilige Porträt anpasst.
Auch andere Marken-Hersteller wie Fujifilm, Pentax, Samsung, Sony, Olympus und Panasonic setzten mehr oder weniger auf die Gesichtserkennung mit all ihren Spielarten. Hinzu kommen weitere Spezialfunktionen die das Ablichten des ein oder anderen Motives vereinfachen sollen. Sony setzt beispielsweise mit seinem aktuellen Modell Cyber-shot HX1 auf eine vollautomatische Panoramafunktion. Waren bisher eine Reihe von Einzelaufnahmen und eine anschließende Bearbeitung der Einzelbilder mittels Spezialsoftware am PC nötig, erstellt die Sony mit Hilfe ihres Schwenkpanorama-Modus extrem breite Bilder mit einem enorm großen Sichtfeld von bis zu 224 Grad - und das Ganze ohne Bearbeitung am PC. Panasonic bietet ebenfalls eine Arbeitserleichterung für den Landschaftsfotografen: den automatischen Horizontausgleich. Dieser begradigt beispielsweise im Spitzenmodell Lumix DMC-FZ28, das mit einem gigantischen 18fach-Zoomobjektiv (27 bis 486 Millimetern Brennweite) ausgestattet ist, schief fotografierte Bilder.
Zeitlupe, Zeitraffer und Multi-Motion
Zeit ist der kritische Faktor bei der F-Serie von Casio. Das Spitzenmodell Exilim EX-F1 nimmt bis zu 60 Bilder pro Sekunde in Serie auf. Allerdings ist dann nach einer Sekunde auch der Speicher voll und die Kamera muss erst mal die Bilder verarbeiten. Es können aber auch andere Bildraten eingestellt werden, etwa mit drei fünf, zehn oder 15 Aufnahmen, die die Kamera dann länger aufnahmebereit halten. Im so genannten „Pre-record-Modus“ können - so unglaublich dies klingen mag - sogar Bilder vor der eigentlichen Aufnahme gespeichert werden. Der Trick: Es werden bereits bei halb gedrücktem Auslöser bis zu 25 Fotos im Pufferspeicher festgehalten. Speziell bei Sportveranstaltungen spielt die F-Serie ihre Stärken aus. Damit man den richtigen Moment nicht verpasst, kann sogar mit der Zeitlupenfunktion die Zeit angehalten werden. Bei aktivierter Zeitlupenfunktion und halb gedrückt Auslöser spielt sich auf dem Display der Kamera das augenblickliche Geschehen in Zeitlupe ab. Nun gilt es nur noch den Bewegungsablauf zu beobachten und den Auslöser im richtigen Moment durchzudrücken.
Wenn die Bilderflut eingedämmt werde soll, kommt die Casio „Highspeed-Best-Selecion“-Funktion zum Einsatz. Diese Funktion wählt wie auch die „Best-Selection“-Funktionen anderer Hersteller automatisch das beste Foto einer Serienbildaufnahme aus. Die dabei angewandten Kriterien sind ein lächelndes Gesicht, offene Augen und möglichst keine Unschärfen. Damit noch nicht genug. Eines der Highlights der Casio-Technologie stellt die „Best-Shot-Multi-Motion“-Funktion dar, die es ermöglicht, einen Bewegungsablauf in nur einem einzigen Foto festzuhalten. So kann beispielsweise der Sprung eines Footballspielers beim Fangen eines Balles auf einem einzigen Foto festgehalten werden (siehe Bild).
Auch Canon setzt auf den kreativen Einsatz der Belichtungszeit, wählt aber einen anderen Ansatz. Der „Zoom-Blur-Modus“ der neuen Ixus-Modelle sorgt für verblüffende Dynamik-Effekte. Während der Aufnahme wird automatisch in das Motiv hineingezoomt, was der Aufnahme den Eindruck von Bewegung verleiht.
Von Filtern, Farben und Filmen
Fast jede Digitalkamera verfügt über die Möglichkeit mittels eingebauter Filtereffekte Bilder zu optimieren oder zu verfremden. Einfachstes Beispiel ist dabei die Umwandlung einer Farbaufnahme in ein Schwarzweißbild. Bei den künstlerischen Effektfiltern tut sich insbesondere Olympus mit seiner neuen Micro-Four-Thirds-Systemkamera Pen E-P1 hervor. Sechs Filter sollen die kreative und künstlerische Seite des Fotografen fördern. Der Pop Art-Filter zum Beispiel verstärkt die Farben und sorgt so für einen intensiveren Ausdruck. Der Lochkamerafilter hingegen gibt den Bildern die klassische Randabdunklung. Der Weichzeichner sorgt für abgesoftete Bildergebnisse, während der Filter „Körniger Film“, die gute alte Anmutung des analogen Aufnahmematerials herbeizaubert. Außergewöhnliche Bilder können auch mittels Mehrfachbelichtung erzielt werden. Diese ermöglicht es, mehrere Aufnahmen übereinander zu legen und so eine völlig neue Komposition zu kreieren.
Nicht minder innovativ zeigt sich die Fujifilm FinePix F200EXR. Auch hier erinnern die Ingenieure an die gute alte analoge Zeit und ermöglichen mittels Filmsimulationsmodus Aufnahmen im Look beliebter analoger Filme von Fujifilm: „Velvia“ sorgt für Aufnahmen mit hoher Farbsättigung und eine kontrastreiche Wiedergabe aller Tonwerte und „Provia“ steht für eine naturgetreue und lebhafte Farbwiedergabe.
Apropos Film
Die neuste Generation kompakter Digitalkameras bietet neben der Fotofunktion auch eine Videofunktion und das in der Regel nun in HD-Qualität mit 1280 x 720 Bildpunkten. Hersteller Panasonic geht noch einen Schritt weiter und bietet in seiner Lumix GH1 sogar die Videoaufzeichnung in Full-HD mit 1920 x 1080 Bildpunkten an. Damit treten die digitalen Kameras in direkte Konkurrenz mit den klassischen Camcorder. Allerding ist kontinuierliche Aufnahmedauer bei einigen Modellen auf kürzere Clips von lediglich bis zu zwei Minuten begrenzt. Für kurze Filme, beispielsweise für das Internet, reicht dies allemal. Und für die internetbegeisterten Blogger rechnet die Fujifilm FinePix Z30 geschossenen Fotos und Filme automatisch auf eine geeignete Größe für Webseiten, Blogs oder zum Versenden in einer E-Mails. Nikons Coolpix S610c kann über WLAN-Netze Filme und Fotos drahtlos ins Internet übertragen.
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