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Integrationsarbeit

„Ureinwohner sind in der Minderheit“

Von Thomas Esch, 24.07.09, 18:57h

Der Sozialdezernent will die Integration vor allem über Vereine und Verbände stärken. Das gut funktionierende Miteinander soll gestärkt und verbessert werden. Dazu ist (noch) mehr Dialog notwendig.

Dezernent Frank Stein
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Dezernent Frank Stein (Bild: Archiv)
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Dezernent Frank Stein (Bild: Archiv)
Leverkusen - „Bei der Integration von Zugewanderten kommt den Kommunen eine entscheidende Bedeutung zu. Im örtlichen Kontext entscheidet sich, ob die schulische Integration und die Integration in den Arbeitsmarkt gelingen wird und wie sich das Zusammenleben gestaltet.“ Diesen Kernsatz von Nordrhein-Westfalens Familienminister Armin Laschet ist Richtschnur für das Handeln Frank Steins. Leverkusens Sozialdezernent will die bislang erfolgreiche Integrationsarbeit in der Stadt auf eine breitere Basis stellen und verbindliche gegenseitige Vereinbarungen mit ausländischen Verbänden und Vereinen schließen. Vor der Presse erläuterte Stein Einzelheiten.

Am Anfang steht die Feststellung, dass Leverkusen durch Zuwanderung erst entstanden ist. „Ureinwohner sind in der Minderheit“, so Stein. Zweite Feststellung: „Es gibt in den einzelnen Stadtteilen keine Parallelgesellschaften im Sinne von »Ghettos«.“ Natürlich, so schränkt er ein, gebe es Gebiete, in denen bestimmte ethnische Gruppen dominierten, „aber das ist okay, schließlich sind wir ein freies Land“.

Auf der Grundlage eines Ratsbeschlusses zur weiteren Konzeption der Integrationsarbeit soll das funktionierende Miteinander von Deutschen und Ausländern verbessert und gestärkt werden, so Stein: „Dabei müssen wir weg vom deutschen Expertendialog.“ Beide Seiten, engagierte Bürgerinnen und Bürger und professionelle Akteure der Integrationsarbeit seien aufgerufen, mitzuarbeiten. Über Verbände und Vereine, beispielsweise Moscheevereine, erhofft sich Stein einen besseren Zugang zu Migranten. „Mittlerpersonen sind wichtig. Wir können als Stadt Menschen nicht »überfallen«, da kommt es ganz schnell zu Ressentiments“, ergänzte dazu Projektleiterin Bettina Zimmer.

Eine Steuerungsgruppe, bestehend aus Vertretern der Stadt, des Integrationsrates und des federführend für die Ausländerarbeit tätigen Caritasverbandes soll nun Ideen bündeln. „Nur so kann mit den begrenzten Ressourcen gemeinsam am wirkungsvollsten gearbeitet werden“, meinte Stein. Denn bei allen bisherigen Erfolgen („Der Umgang der verschiedenen Kulturen miteinander ist heute problemlos“) gebe es keinen Anlass, sich zurückzulehnen, denn, so einige von Steins Feststellungen:

! „die Sprachfähigkeit von Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen mit Migrationshintergrund ist vielfach defizitär;

! die Schul- und Ausbildungserfolge junger Migranten seien in der Summe nicht zufriedenstellend;

! der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund an Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen ist überproportional;

! der bürgerschaftliche Dialog und das Miteinander außerhalb organisierter Vereine ist noch deutlich ausbaufähig.“

Wie gut der Dialog funktionieren könne, zeige das städtische Online-Portal „migrami“, in dem sich Personen, Gruppen, Interessenverbände und Vereine austauschen. Aus diesem Dialog entsprängen auch zahlreiche konkrete Ideen für das Miteinander. Die „migrami“-Foren gelte es nun, mit den Arbeitskreisen des Integrationsrates zusammenzuführen.

Nähere Informationen zum Integrationskonzept der Stadt erteilt Bettina Zimmer unter 0214 / 406-88 34.



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