Von Günther M. Wiedemann, 27.07.09, 21:18h
Die Medaille hat aber auch eine Kehrseite: Städte und Gemeinden können sich finanziell keine großen Sprünge erlauben. Die Kommunen werden erheblich unter den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise leiden. Die Gewerkschaften Verdi und GEW haben ihren Kampf für höhere Gehälter in Kindergärten deshalb zu einem äußerst schlechten Zeitpunkt gestartet. Sie haben beim Personal zu hohe Erwartungen geweckt. Deshalb hat sich insbesondere die Basis von Verdi so schwer getan, dem Kompromiss zuzustimmen. Es ist gut, dass am Ende die Vernunft gesiegt hat.
Für die Kommunen ist die Einigung eine enorme Belastung. Der beitragsfreie Kindergarten-Besuch, ein Ziel von Bildungspolitikern aller Parteien, ist in weite Ferne gerückt. Dieser Beigeschmack des Kompromisses kann Eltern nicht erfreuen. Bei aller Erleichterung darüber, dass dieser Arbeitskampf nun zu Ende ist, darf eines nicht aus dem Blick geraten: Es war bei strenger Auslegung der Gesetze und Tarifverträge eigentlich ein unzulässiger Streik. Denn für Gehälter darf derzeit im Öffentlichen Dienst nicht gestreikt werden. Es herrscht Friedenspflicht. Mit der Krücke, einen besseren Gesundheitsschutz durchsetzen zu wollen, hat die Gewerkschaft dies umgangen. Doch der Gesundheitsschutz war letztlich zweitrangig. In erster Linie ging es ums Geld. Das hat der Gewerkschaftsvorsitzende Frank Bsirske stets offen bekannt.
Es ist bedenklich, dass die kommunalen Arbeitgeber ihm diesen Bruch des Tarifrechts haben durchgehen lassen. Wie wollen sich Städte und Gemeinden nun dagegen wehren, wenn Gewerkschaften auf die Idee kommen sollten, auch für andere Mitarbeiter-Gruppen im Öffentlichen Dienst außerhalb der Tarifrunden Gehaltssteigerungen durchsetzen wollen? Selbst im Interesse der Arbeitnehmerorganisationen darf ein solches schlechtes Beispiel nicht Schule machen. Die Verlässlichkeit von Tarifverträgen ist die Lebensader der Gewerkschaften.
@herr Hohn
29.07.2009 | 22.56 Uhr | ursulal
Nein das haben nicht die Eltern entfacht, das habe ich nie behauptet.
Wir haben für einen Gesundheitsschutz gestreikt und für die Neureglung der…
Ma Chère ursulal...
29.07.2009 | 08.52 Uhr | RainerHohn
...wer hat denn das Feuer entfacht, in das der Autor Ihrer Meinung nach nun Feuer gießt? In Ihrem etwas kruden Weltbild wahrscheinlich die Eltern,…
rückkehr zum Alltag
29.07.2009 | 08.12 Uhr | ursulal
Sehr geehrter Herr Wiedemann,
ist noch immer nicht genug Öl ins Feuer gegossen?
Ist nicht genug Porzellan zerschlagen, gerade in Köln dass sie…
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