Von Thomas Käding, 30.07.09, 16:19h
Von dort erkennt man auch die Parkdecks und die doppelläufige Spindel an der Wöhlerstraße, die beide Etagen erschließt. Auf dem Dach des Einkaufszentrums ist bisher nur eine Trägerkonstruktion zu erkennen; Astrid Thiele erklärt aber schon einmal, wie das Dach auf der oberen Parketage aussehen wird: ein Segment mit verstellbaren Lamellen wird neben einem offenen Teil liegen. So kann das obere Parkdeck besser belüftet werden.
Denn auch so wird die Klimatisierung der „Rathaus-Galerie“ ziemlich aufwendig ausfallen. „Wir stellen jede Kühlleistung zur Verfügung, die gewünscht wird“, sagt die Bauleiterin. Das gelte - in Grenzen - auch für die große Rotunde, in die der Oberbürgermeister mit seinem Stab einzieht und wo einmal die Politiker beraten und der Rat tagt: Dort wurden vorsorglich Kühlschlangen verlegt, die den Beton-Baukörper kälter machen können. Ob es dazu kommt, sei völlig offen, betont Thiele. „Das ist optional. Ob die Anlage angeschlossen wird, ist nicht entschieden.“ Schließlich verschlinge so eine Gebäudekühlung jede Menge Energie. Und eigentlich sei viel getan worden, um eine Kühlung der Büros unnötig zu machen: Die Doppelfassade der Rotunde wird Lamellen haben, mit denen die Fenster beschattet werden können.
Unterdessen wird in der Mall selbst der Steinfußboden verlegt, und auch ein paar Tausend Quadratmeter Gipskarton-Platten kommen nach und nach an die Decken. Nebenbei wird alles für den Ausbau der Geschäfte vorbereitet: „Baustrom, Bauwasser, Toiletten“, zählt Thiele auf. Den eigentlichen Ausbau erledigen die künftigen Mieter selbst. Damit das Einkaufszentrum innen am Ende abwechslungsreich, aber nicht chaotisch aussieht, „wird noch viel Architektur betrieben“, sagt Thiele.
Regendichtes RathausWichtiger ist für sie zunächst, die Gebäudehülle bald zu schließen. „Wir müssen das Ganze regendicht bekommen.“ Vorher könne nicht mit den Malerarbeiten begonnen werden. Regen ist auch das Stichwort für die Sanierung der Y-Brücke: das Gewerk ist komplizierter, als man meinen könnte. In dem mittleren Abschnitt, der im Moment unter Planen verschwunden ist, kann ernsthaft nur gearbeitet werden, wenn es trocken ist. Denn der alte, gesundheitsschädliche Rostschutz wird komplett abgetragen und durch fünf neue Beschichtungen ersetzt. Damit es keine Rostnester gibt, müssen die Arbeiten bei Regen gestoppt werden: „Die Feuchtigkeit schlägt sich ja sofort nieder“, erläutert Thiele. An der Y-Brücke zeige sich, dass „der Teufel immer im Detail steckt“.
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