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Landesarchiv NRW

Umzug nach Duisburg verzögert sich

Von Bettina Jochheim, 02.08.09, 17:32h

Das neue Quartier für das Personenstandsarchiv ist noch gar nicht im Bau. Der Grund: Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs wurden alle Pläne des künftigen Landesarchivs NRW noch einmal genau unter die Lupe genommen.

Brühl - Der Umzug des Personenstandarchivs aus der Nordorangerie von Schloss Augustusburg in Brühl nach Duisburg verzögert sich. Grund: Mit dem Bau des neuen Quartiers im Duisburger Hafen ist noch gar nicht begonnen worden.

Im Dezember 2007 war die Entscheidung gefallen, dass das Personenstandsarchiv, eine Unterabteilung des in Düsseldorf ansässigen Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, 2010 nach Duisburg umziehen soll.

Vorgesehen ist, aus dem letzten noch nicht umgebauten Duisburger Speichergebäude aus den 1930er Jahren nach der Planung des Architekturbüros Ortner & Ortner einen 70 Meter hohen Archivturm zu errichten. 160 Regalkilometer sollen das gesamte „Gedächtnis des Landes Nordrhein-Westfalen“ aufnehmen. An den Turm schließt sich ein wellenförmiger, sechsgeschossiger Neubau in Backsteinoptik an. Darin werden die Büros für die 130 Mitarbeiter des Landesarchivs sowie Lesesäle und öffentliche Einrichtungen untergebracht. Drei Viertel des Anbaus sollen zunächst als Büroraum vermietet werden und später dem Landesarchiv nach Bedarf als Erweiterungsfläche zur Verfügung stehen.

Der Baubeginn für den bundesweit größten Archivbau war für den Frühsommer 2008 vorgesehen. Mit 80 Millionen Euro waren die Baukosten damals veranschlagt worden. „Es wird deutlich mehr“, sagte Dietmar Zeleny, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Die Verzögerung begründet er zum einen mit der „hochkomplexen Planung dieses schwierigen Bauvorhabens“, zum anderen damit, dass das „Gesamtprojekt im Landeshaushalt noch nicht hinreichend abgesichert“ sei. Und auch ein dritter Grund war sowohl aus dem Architekturbüro Ortner als auch aus dem BLB zu hören: Wegen des Einsturzes des Stadtarchivs in Köln seien alle Baupläne noch einmal auf den Prüfstand gekommen. „Wir sind noch mal detailliert in die Planungen gegangen“, sagte ein Mitarbeiter des Planungsbüros. „Ja“, bestätigte auch Zeleny, „es gab eine solche Prüfschleife.“ Alles sei noch einmal auf Herz und Nieren untersucht worden, Nachbesserungen habe es jedoch nicht gegeben. Auch jetzt könne er noch nicht sagen, wann mit den Bauarbeiten begonnen werde.

Wie aus dem Personenstandsarchiv in Brühl zu erfahren war, sind die Mitarbeiter keinesfalls traurig über die Verzögerungen.



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