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Kommunalwahl 2009

Der Wahlabend wird spannend

Erstellt 07.08.09, 11:41h

Eine besonders spannende Wahl erwarten die Bonner Bürger, denn keiner der Oberbürgermeister-Kandidaten hat schon jetzt die Mehrheiten sicher. Bärbel Dieckmann kann die Bemühungen ihrer potenziellen Nachfolger gelassen verfolgen

Nimptsch
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Jürgen Nimptsch tritt für die SPD als OB-Kandidat an.
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Jürgen Nimptsch tritt für die SPD als OB-Kandidat an.
Bonn
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Die Liberalen möchten Werner Hümmrich einen Akzent setzen.
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Peter Finger tritt für die Grünen an und ist in der Stadt bekannt.
Bonn
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Bonn - In diesen Tagen wirkt Bonns Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) alles andere als sentimental. Am 30. August wird ihr Nachfolger gewählt. Wenn dieser im Herbst sein Amt antritt, geht für Bonn eine Ära zu Ende. "Es ist immer besser, einige Jahre zu früh, als einige Sekunden zu spät zu gehen", merkte die 60-Jährige an, als sie ihren Verzicht auf eine Kandidatur für eine vierte Amtszeit verkündete.

15 Jahre prägte Dieckmann die regionale und überregionale Wahrnehmung der ehemaligen Bundeshauptstadt. 1994 hatte sie völlig überraschend Amtsinhaber Hans Daniels (CDU) abgelöst, der zuvor nahezu 20 Jahre Oberbürgermeister war. Eine gewaltige Aufgabe wartete auf die zierliche Gymnasiallehrerin. Der Umzug der Regierung nach Berlin war bereits beschlossene Sache, nun galt es, die Weichen für Bonn neu zu stellen.

Das ist, so glauben viele Beobachter, der machtbewussten Politikerin weitgehend gelungen. Die zahlungskräftigen Unternehmen Telekom und Post sind der Stadt erhalten geblieben, zahlreiche Neuansiedlungen, eine leistungsstarke Universität und ein attraktives Kultur- und Tourismusangebot lassen Bonn heute gut aussehen.

Sieben Kandidaten bewerben sich nun um die Nachfolge von Dieckmann, doch nur den Bewerbern von SPD und CDU, Jürgen Nimptsch und Christian Dürig, werden Chancen eingeräumt. Den 55-jährigen Gesamtschulleiter Nimptsch halten viele Bonner Sozialdemokraten für einen Glücksgriff. Er macht in der Öffentlichkeit eine gute Figur und hat die von ihm geleitete Gesamtschule zum bundesweit beachteten Vorzeigeobjekt gemacht. Privat leitet er den traditionellen Kölner Männer-Gesang-Verein, dessen karnevalistischen Operetten alljährlich vor ausverkauftem Haus gespielt werden.

Auf den Wahlplakaten findet sich derzeit kein Hinweis auf seine Partei. Er sehe sich als Kandidat für alle Bonner, beteuert Nimptsch, mit den derzeit verheerenden Umfragewerten für die Bundes-SPD habe der Verzicht auf das Parteilogo nichts zu tun. Eine Taktik, mit der die Bonner SPD einige Übung hat. Schon Dieckmann hatte bei ihrer letzten erfolgreichen Kandidatur die drei roten Buchstaben für ihre Partei durch ein neutrales gelbes Herz ersetzen lassen.

Zum Problem für Nimptsch könnte die Oberbürgermeisterkandidatur der Bonner Grünen werden. Ihr Bewerber Peter Finger ist durch langjähriges kommunalpolitisches Engagement bekannt und könnte deshalb dem SPD-Hoffnungsträger dringend benötigte Stimmen abziehen.

Die Bonner CDU hat ihren Kandidaten im benachbarten Meckenheim gefunden. Post-Manager Dürig war in der Endphase der Ära Kohl von 1997 bis 1999 Bundesgeschäftsführer der CDU. Dem 57-Jährigen wird ein ausgezeichneter Draht zu Ministerpräsident und CDU-Landeschef Jürgen Rüttgers nachgesagt.

Vor einem klassischen Eigentor im Wahlkampf hat ihn das allerdings nicht bewahrt. So kündigte er an, im Fall seiner Wahl den Dienstsitz des Oberbürgermeisters vom pittoresken Alten Rathaus in das nur wenige hundert Meter entfernte Stadthaus zu verlegen, wo die kommunale Verwaltung sitzt. Nach seiner Einschätzung bleiben auf dem Weg zwischen beiden Häusern zu viele Informationen auf der Strecke.

Damit machte sich Dürig ungewollt die Argumente derjenigen zueigen, die einen Komplettumzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin fordern. Denn auch von ihnen wird der mangelnde Informationsfluss zwischen beiden Dienstsitzen gerügt. In Bonn kam die Forderung Dürigs jedenfalls nicht gut an.

Offensiv geht sein Kontrahent Nimptsch mit der Umzugsproblematik um. Er lud zu seinem Wahlkampfauftakt ausgerechnet den in Bonn eher unbeliebten Regierenden Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit (SPD), ein. Dieser versprach, trotz allen Werbens um die Bonner Ministerien den Umzugsbeschluss des Bundestages zu respektieren.

Bei der FDP tritt Werner Hümmrich an. Auch er hat eher wenig Chancen. Dennoch möchten die Liberalen mit ihm einen Akzent im Wahlkampf setzen. Sie wollen mit ihren Schwerpunktthemen Kultur, Bildung und Finanzen Alternativen zu den anderen Parteien bilden. Dies solle auch durch die Oberbürgermeisterkandidatur deutlich werden.

Dieckmann kann die Bemühungen ihrer potenziellen Nachfolger gelassen verfolgen. Als Präsidentin der Welthungerhilfe wird sie auch nach dem Ende ihrer kommunalpolitischen Laufbahn in der Öffentlichkeit präsent sein. (ddp, VR)



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