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Fotografie

Kamerasystem der Zukunft

Von Dirk Böttger, 10.08.09, 08:51h, aktualisiert 10.08.09, 09:26h

Die neuen Kamera-Modelle sind viel besser auf die Bedürfnisse digitaler Kameras ausgelegt. Ein großes Plus der Neuentwicklungen – die Kompatibilität und Leichtigkeit der Geräte. So hat das Mitschleppen verschiedener Utensilien erstmal ein Ende.

Olympus Pen E-P1
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Neuer Technikstandard im klassischen Design: Die Olympus Pen E-P1. (Bild: Hersteller)
Olympus Pen E-P1
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Neuer Technikstandard im klassischen Design: Die Olympus Pen E-P1. (Bild: Hersteller)
Mit der Pen E-P1 bringt Olympus die insgesamt dritte Kamera im so genannten Micro-Four-Thirds-Standard auf den Markt. Auch der Unterhaltungselektronikgigant Panasonic setzt mit seinen beiden Lumix-Modellen G1 und GH-1 auf den neuen Standard im Kamerabau, der speziell auf die Bedürfnisse digitaler Kameras ausgelegt ist.

Die Grundidee, die hinter dem Four-Thirds-Standard und seiner Weiterentwicklung, dem Micro-Four-Thirds-Standard, steht, ist so einfach wie genial: Der Standard bildet die Grundlage für ein speziell auf die digitalen Anforderungen abgestimmtes Kamerasystem und legt bestimmte Spezifikationen wie beispielsweise den Objektivanschluss oder die Sensorgröße fest, damit alle nach dem Standard gefertigten Komponenten wie Kameras, Objektive oder Blitzgeräte kompatibel zueinander sind. Ein Panasonic-Four-Thirds-Objektiv kann also ohne Probleme an eine Olympus-Four-Thirds-Kamera angesetzt werden.

Schluss also mit den analogen Altlasten, die immer nur einen Kompromiss auf dem Weg zur besten digitalen Fotoqualität darstellen. Vor allem der Micro-Four-Thirds-Standard erlaubt es, digital optimierte Kamera und Objektive zu bauen, die kompakter, leichter und leistungsfähiger sind, als ihre auf den analogen Konstruktionsplänen basierenden Pendants. Ein weiterer Vorteil: Four-Thirds ist ein offener Standard, an dem sich jede Firma beteiligen kann. Was insbesondere für kleinere Hersteller nach einem vielversprechenden Geschäftsmodell aussieht, wird von den marktdominanten Firmen nicht unterstützt.

Die Marktführer Canon, Nikon und Sony setzen auf ihre eigenen Standards und dies nicht ohne Grund - schließlich soll die Kompatibilität mit dem eigenen Produktsortiment erhalten bleiben. Und auch bei den Profiprodukten hat das Four-Thirds-System einen schweren Stand, denn zu diesem Standard gehört wie eingangs beschrieben eine vorgeschriebene Sensorgröße, die vor allem bei Profis, die mit hochauflösenden Megapixelbildern ihr Geld verdienen, an die Grenzen stößt. Derzeit liegt die höchste Sensorauflösung im Micro-Four-Thirds-System bei 14 Megapixeln, während andere Hersteller mit ihren Spiegelreflexkameras auf bis zu 24 Megapixel kommen. Für den Profi ist dies ein Argument, für den ambitionierten Amateur eher nicht, denn mit 14 Millionen Pixel lassen sich ebenfalls Poster in entsprechende Größe fertigen, und die Anzahl der Megapixel sagt noch nichts über deren Qualität aus. Denn es ist für die Bildqualität entscheidend, wie das Objektiv vor dem Sensor arbeitet und in diesem Punkt ist das Micro-Four-Thirds-System auf dem neusten Stand der Technik.

Neben der guten Abbildungsqualität können Objektive des Four-Thirds- und Micro-Four-Thirds-Standards um einiges leichter und kompakter gebaut werden als vergleichbare Konstruktionen. Letzteres gilt auch für die Kameras, denn die Four-Thirds-Modelle verzichten auf den namensgebenden Spiegelkasten der Spiegelreflexkameras und setzten auf Platz sparende elektronische Sucher oder zeigen das Sucherbild per LiveView direkt auf dem Rückseitenmonitor an.

Damit vereint das Micro-Four-Thirds-System zwei wesentliche Merkmale anderer Kameraklassen: Zum einen ist es leicht und handlich, wie die Kameras der Kompaktklasse, zum anderen ist es durch die Wechselobjektive und den im Vergleich zur Kompaktklasse großen und leistungsfähigen Sensor fast so flexibel wie eine Spiegelreflexkamera - nur eben nicht so sperrig und groß. Jeder der seine Ausrüstung häufiger mit sich herumschleppt, wird diesen Vorteil zu schätzen wissen. Ein weiterer Vorteil wurde eingangs bereits angesprochen: Die Kompatibilität der einzelnen Kameras und Zubehörteile untereinander. Für den Anwender bedeutet dies mehr Auswahl beim Equipment.



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