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Kölnisches Stadtmuseum

„Aus Liebe zu Köln“

Von Martin Oehlen, 06.08.09, 21:24h, aktualisiert 06.08.09, 23:22h

Mehr Zeit für die Stadt: Die Stifter des Anbaus für das Kölnische Stadtmuseum haben ihre Frist verlängert. Ehrenbürger Alfred Neven DuMont hat sich persönlich bei den Mäzenen für einen Aufschub des Ultimatums eingesetzt.

Kölnische Stadtmuseum
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Der Parkplatz in der Zeughausstraße (rechts) soll dem Anbau an das Kölnische Stadtmuseum weichen. (Bild: Grönert)
Kölnische Stadtmuseum
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Der Parkplatz in der Zeughausstraße (rechts) soll dem Anbau an das Kölnische Stadtmuseum weichen. (Bild: Grönert)
„Es ist uns nicht leicht gefallen“, sagen die Stifter des Anbaus für das Kölnische Stadtmuseum. „Aber die Bitte von Herrn Neven DuMont, die Frist für die die Stadt bis zum 10. August zu verlängern, konnten und wollten wir nicht ausschlagen.“ Der Ehrenbürger der Stadt Köln hatte sich zuletzt persönlich dafür eingesetzt, dass die Kölner Stifter - die bis zur Vertragsunterschrift ungenannt bleiben wollen - noch einmal abrücken von der Forderung, die Stadt müsse bis zum heutigen Freitag endgültig entscheiden, ob sie die Schenkung des Anbaus annehmen wolle oder nicht.

Hintergrund der Fristverlängerung ist, dass am Montag der Hauptausschuss des Rates tagt. Wie es aussieht, werden nicht nur CDU und FDP für die Annahme stimmen, sondern auch die SPD. Jedenfalls deuteten am Donnerstag alle Signale in diese Richtung. Die endgültige Entscheidung über die Schenkung wird dann der Rat im September fällen.

Der Anbau an das Zeughaus und die Alte Wache - in denen das Museum derzeit untergebracht ist - soll auf dem Parkplatz des Regierungspräsidenten entstehen. Die Stifter sehen dafür einen Entwurf des Kölner Architekten Peter Kottmair vor. Ursprünglich sollte dieser gemeinsam mit dem Berliner Büro „raumzeit“ das Projekt umsetzen. „raumzeit“ war aus einem Wettbewerb zum Kölnischen Stadtmuseum als Sieger hervorgegangen. Doch die konkrete Zusammenarbeit der beiden Büros in Köln und Berlin scheiterte gleich zwei Mal. Daraufhin stellten die Stifter ihr Ultimatum - entweder werde das Kottmair-Modell gebaut oder die Schenkung entfalle.

Bei einem Gespräch im Wohnhaus der Mäzene stellte Alfred Neven DuMont am Donnerstag fest: „Es ist eine Zumutung, dass die Stifter auch nach fast zehn Jahren noch nicht sicher sein können, dass die Stadt ihr großzügiges Geschenk annehmen wird.“ Gerade in Zeiten knapper Kassen frage man sich, ob diese Politik im Sinne der Bürger sei. Die Wähler sollten jetzt, da sich die Parteien wieder um ihre Stimmen bemühen, besonders kritisch hinschauen. Politisches Kalkül schade der Stadt und sei inakzeptabel. „Wenn ich lese, dass Barbara Moritz von den Grünen auch heute noch an dem gescheiterten Procedere für das Stadtmuseum festhält, dann frage ich mich, ob es ihr denn nur noch um den Machterhalt geht und gar nicht um das Wohl der Stadt.“

Als Kölner Ehrenbürger sei er jedenfalls sehr dankbar für die in Aussicht gestellte Stiftung. Dass die Kosten für den Anbau in der Zeit, in der das Angebot bei der Stadt lag, um 50 Prozent gestiegen sind, sei empörend. An die Stifter gerichtet, sagte er: „Da werden Sie bestraft dafür, dass die Stadt keine Entscheidung gefällt hat.“ Wollte das Stifterpaar zunächst fünf Millionen Euro investieren, so ist die Summe nun auf 7,5 Millionen Euro angestiegen.

Die Stifter merkten an, dass sie die Geduld nicht völlig verloren hätten, weil ihnen dieses Projekt so wichtig sei - „aus Liebe zu Köln“. Jeder sollte wissen, was für eine bedeutende Historie sich auf kölnischem Boden abgespielt habe. Auch wollten sie mit dieser Stiftung andere Bürger ermutigen, sich für das Gemeinwohl zu engagieren.

Leider hätten sie in der Vergangenheit vor allem Fensterreden gehört, so der Stifter: „Im Kulturdezernat ist da wenig oder nichts passiert.“ Das machen die Stifter auch daran fest, „dass immer noch kein Nachfolger für den hoch geschätzten Museumsdirektor Werner Schäfke benannt worden ist.“ Schon seit Jahren sei bekannt gewesen, dass Schäfke Ende Juli 2009 in Pension gehen würde. Doch nichts sei passiert. Der richtige Vorschlag, frühzeitig einen Nachfolger einzuarbeiten, sei wieder verworfen worden. „All das wäre in einem Unternehmen so nicht möglich“, meint der Stifter.

Grundsätzlich bemängelt Alfred Neven DuMont den Umgang der Stadt mit den Bürgern, die sich für die Kommune einsetzen wollen. „Bei Klaus Wowereit in Berlin oder bei Petra Roth in Frankfurt gerät man als hinzukommender Investor immer gleich an die oberste Instanz - in Köln aber ist das nicht so.“ Was sich hier ereigne, provoziere außerhalb der Stadt nur Kopfschütteln. Der aktuelle Fall sei ja kein Solitär. Schon in der Vergangenheit seien Sammlungen - erinnert sei an Brandhorst und Garnatz - von Köln fortgezogen und in andere Städte gelangt.

Einmütig stellten die Stifter und Neven DuMont fest, dass sich der Umgang mit Mäzenen dringend ändern müsse. Das sei im Sinne der Stadt. Im Sinne ihrer Bürger.



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