Schriftgröße

Straßenausbau

Fiese Fäller unter den Linden

Von Kathy Stolzenbach, 09.08.09, 17:22h, aktualisiert 09.08.09, 17:26h

Zwischen Ubierring und Südkai soll nach dem Wunsch vieler Bürger ein Straßenausbau bevorzugt werden, der die grüne Kulisse nicht vernichtet. Die Initiative schlägt eine Unterquerung der Bahngleise vor.

Rheinuferstraße
Bild vergrößern
Protest durch Provokation: Mit Holzfäller-Figuren des Aktionsküstlers Heiko Beck kämpft die Bürgerinitiative Rheinuferstraße für den Erhalt der Linden. (Bild: Rakoczy)
Rheinuferstraße
Bild verkleinern
Protest durch Provokation: Mit Holzfäller-Figuren des Aktionsküstlers Heiko Beck kämpft die Bürgerinitiative Rheinuferstraße für den Erhalt der Linden. (Bild: Rakoczy)
Köln - Fies grinsende Holzfiguren zieren den Mittelstreifen der Rheinuferstraße zwischen Ubierring bis zum Kap am Südkai: Eine Figur trägt ein Beil, eine weitere eine Motorsäge, die nächste schleppt die abgeholzten Baumstämme, die letzte Figur räumt die Stümpfe weg. Auf den Stämmen der Linden am Straßenrand steht mit Sprühkreide „Fällen!“, beide Straßenseiten werden von großen weißen Styropor-Buchstaben gesäumt: „Weg mit den Bäumen!“ und „Düsseldorf ist eh viel grüner!“

Der Düsseldorfer Aktionskünstler Heiko Beck unterstützt mit dieser provokanten Installation die Bürgerinitiative Rheinuferstraße und das Netzwerk „Bürger für Bäume“, die gegen Massenfällungen im Zuge des Kreuzungsbaus der Nord-Süd-Stadtbahn mit der Rheinuferstraße kämpfen. „Ich hoffe, der Bürgerinitiative zu mehr Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung zu verhelfen und zum Erhalt der Lindenallee beizutragen“, sagt der Künstler. „Da ich aus der Nachbarstadt Düsseldorf komme, fand ich den leicht provokanten Ansatz amüsant.“

Bei der temporären Kunstaktion, die bis Montagabend dauert, gehe es vor allem darum, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, sie aufzurütteln und zur Diskussion zu bewegen, erläutert Winter. Das hat er erreicht: Schon beim Aufbau um 4 Uhr morgens habe es erste Reaktionen einiger Nachtschwärmer gegeben, berichtet Beck: „Köln ist viel schöner als Düsseldorf“, lauteten die empörten Kommentare. Auch am Tag bleiben Spaziergänger und Jogger stehen, fahren die Autos langsamer. „Warum wollt ihr denn die schönen Bäume entfernen“, regen sich Passanten auf. „Die Bäume müssen bleiben!“

Die Bürgerinitiative strebt für die Rheinuferstraße ein Ergebnis an, bei dem sowohl der Verkehr als auch Anwohner und Baumschutz berücksichtigt werden. Die Politiker hatten bei der letzten Ratssitzung am 30. Juni entschieden, verschiedene Tunnellösungen als Alternative zum sechsspurigen Ausbau zu prüfen. Die Bürgerinitiative hofft nach Worten von Ellen Winter nun auf eine „möglichst kurze, schmale, preiswerte und vor allem baumschonende Variante“ eines „Tunnel light“. Der Vorschlag der Initiative sieht eine so genannte „Troglösung“ vor - eine Unterquerung der Bahngleise in offener Bauweise. Dadurch könnten die Baumfällungen minimiert werden, erklärt Winter.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Anzeige


Umfrage

Mehr autofreie Zonen für Köln?
Der Platz vor der Eigelsteintorburg ist schon autofrei, nun soll der Chlodwigplatz folgen. Auch für den Neumarkt schlägt der Masterplan vor, eine Seite für den Verkehr zu sperren. Ist das sinnvoll?


Special


Anzeige




Modisch aufgefallen


Junge Zeiten


Bildergalerien


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Neue ksta.tv-Videos aus Köln




Offene Schulen


Top-Links (Anzeige)



Weitere Serien


ksta shop


Aktuelle Verkehrsinfos


Service


Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Aktion


Aktion



Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste