Von Vera Gaserow, 10.08.09, 22:05h, aktualisiert 10.08.09, 22:05h
So wurde jetzt erst über mediale Umwege bekannt, dass der Freistaat bereits am 8. Juli klammheimlich seine Normenkontrollklage gegen die stärkere Gleichstellung von Homo-Partnerschaften zurückgezogen hat. Die CSU holt damit das Geschütz aus Karlsruhe zurück, das sie 2005 unter Regierungschef Stoiber gegen die rot-grüne Novelle des Lebenspartnerschaftsgesetzes aufgefahren hat.
Die Novelle war eine erste Nachbesserung des Gesetzes zur Homo-Ehe. Sie baute steuerliche, versorgungsrechtliche und familienpolitische Benachteiligungen für schwul-lesbische Paare ab. Tiefrotes Tuch für die CSU war dabei vor allem die Stiefkindadoption, das heißt, die rechtliche Möglichkeit für Homo-Paare, das leibliche Kind des Partners zu adoptieren. Als wider die Natur hatten Bayerns Christsoziale gegen dieses Recht gewettert und darin den Einstieg in das volle Adoptionsrecht für Lesben und Schwule gewittert.
Selbst CDU klagte nicht mitMit ihrem Versuch, das Gesetz in Karlsruhe zu stoppen, standen die CSU-Hardliner allerdings schon 2005 auf einsamem Posten. Nicht einmal das schwarz regierte Sachsen mochte mitziehen bei dem juristischen Nachhutgefecht - aus berechtigter Sorge, sich in Sachen Homo-Ehe erneut eine blutige Nase zu holen. 2002 hatten die Verfassungsrichter auch den zweiten Unions-Anlauf abgeschmettert, das Lebenspartnerschaftsgesetz zu stoppen.
Die Sorge, noch ein drittes Mal Schiffbruch zu erleiden, war jetzt auch einer der Gründe für Bayerns leises Zurückrudern. Gerade erst hat das Bundesjustizministerium in einer Studie wissenschaftlich belegen lassen, dass die rund 2.200 Kinder, die derzeit in schwul-lesbischen Familien mit zwei Vätern oder Müttern leben, genauso gedeihen wie bei zweigeschlechtlichen Eltern. Die Studie verstand sich als Plädoyer für ein noch ausstehendes Recht für gleichgeschlechtliche Paare, auch ein fremdes Kind gemeinsam adoptieren zu dürfen. Die Ergebnisse nahmen erst recht Bayerns Attacke auf die Stiefkindadoption den Wind aus den Segeln.
Zugleich ticken mittlerweile auch im Freistaat die Uhren zeitgemäßer. Nach dem Ende der Ära Stoiber fällt der CSU die ideologische Annäherung an die gesellschaftliche Realität etwas leichter. Zum anderen hat die CSU nach der Landtagswahl einen Koalitionspartner, der eine liberale Öffnung einfordert. Stolz heftete sich die bayerische FDP denn auch gestern das Verdienst an die Brust, dass die CSU mit ihrem Rückzieher „im 21. Jahrhundert angekommen“ sei. Zu viel der Ehre. Bis gestern wussten die Liberalen nicht einmal, dass die Klage schon vor einem Monat aufgegeben worden war. Auch im Koalitionsvertrag hatte die FDP der CSU nur das Zugeständnis abringen können, dass sich schwul-lesbische Paare auch in Bayern trauen lassen können. Seit Anfang August immerhin ein kleiner, weiterer Schritt Richtung Gleichstellung und Normalität.
Und selbstverständlich muß an erster Stelle
11.08.2009 | 18.32 Uhr | Thomas Didier
das Wohl des Kindes stehen,wie Riverphoenix anmerkt.Das gilt allerdings dann auch für Kinder in Heterobeziehungen und auch bei Kindern,die in…
Schwarznase:"wie ein Kind...
11.08.2009 | 18.29 Uhr | Thomas Didier
später einmal seine eigene sexuelle Identität finden soll..."Erstens ist bewiesen,daß Kinder von Homosexuellen nicht zur Homosexualität umerzogen…
Der Höhepunkt
11.08.2009 | 17.07 Uhr | Mohammel
der Schwulenrechte ist leider schon überschritten, das Pendel beginnt wieder, in die andere Richtung umzuschlagen. Heute ist "Schwuler" mehr denn je…
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