Von Alexander Franz, 12.08.09, 16:04h
Was hinter dem Projekt steckt, erklärte Breitbarth: „Es geht hier nicht darum, eine Art Gewaltprävention anzubieten. Die Kinder sollen vielmehr lernen, sich einzuordnen und gegenseitigen Respekt aufzubauen.“ Wer in der Trainingshalle einen Boxring und aggressive Stimmung erwartete, lag falsch. Zunächst sorgte nämlich schon das Anlegen der Bandagen (Tape-Bänder) für kleine Schwierigkeiten. Nach einem lockeren Aufwärmprogramm
FERIENREPORTER
wurde gegen Sandsäcke geboxt oder in leichten Partnerübungen an der Technik gefeilt. „Wir machen kein Sparring (Training ähnlich dem richtigen Kampf, die Red.) und boxen natürlich ohne Körperkontakt“, sagte Breitbarth.
Die jungen Sportler waren dennoch angetan vom Boxtraining. „Ich finde es toll, dass wir lernen, uns selbst zu verteidigen, und das auch noch von einem richtigen Profi“, schwärmte Florian, zwölf Jahre alt. Ihm machte es sogar so viel Spaß, dass er nach den Ferien im Verein boxen möchte. Am Anfang hat auch er erst einmal gelernt, dass er ein „Normalausleger“ ist.
Dass Boxen eine Sportart nicht nur für gestandene Kerle ist, hat spätestens Regina Halmich bewiesen. Und das wurde auch in Rheindorf auf den ersten Blick deutlich. Eine der Teilnehmerinnen war die zehn Jahre alte Jennifer, die durch ihren Bruder zum Boxen gekommen ist. Auch sie hatte anfangs noch ein paar Probleme mit dem Tape-Band, war aber dann im Training umso schlagfertiger. Auch Sven, 15 Jahre, ist noch Anfänger, doch bei ihm sah das Boxen schon ziemlich professionell aus. Was vermutlich daran lag, dass Sven fast die gesamten Sommerferien im Box-Camp verbracht hat.
Gut aufgehoben waren die Kinder und Jugendlichen bei René Breitbarth sicherlich. Zwischen 1984 und 1988 war er im Amateurbereich erfolgreich. Bei der Europameisterschaft 1985 besiegte er den damals amtierenden Weltmeister Iwajlo Marinow. Bei den Olympischen Spielen in Seoul schaffte er es bis in die dritte Runde. Von 1993 an war Breitbarth als Trainer aktiv. Seinen wohl bekanntesten Schützling, Adnan Catic, besser bekannt als Felix Sturm, führte er im Jahr 2000 zum Gewinn der Europameisterschaft.
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