Von Andreas Damm, 15.08.09, 08:43h, aktualisiert 24.08.09, 11:25h
Martin Müser, der Kandidat der freien Wählergemeinschaft Kölner Bürger Bündnis, kommt in der Umfrage auf 3,2 Prozent. Der Vertreter der rechtsextremen „Bürgerbewegung Pro Köln“, Markus Beisicht erhält 1,6 Prozent. Gut jeder sechste der Befragten (15, 8 Prozent) hat sich noch nicht entschieden, wen er wählen soll. 8,2 Prozent gaben an, sie würden nicht wählen gehen oder wollten die Frage nicht beantworten.
Omniquest hatte im Zeitraum vom 4. bis 10. August 1000 Kölnerinnen und Kölner befragt, die nach eigenen Angaben bei der Kommunalwahl am 30. August wahlberechtigt sind. Bei der Sonntagsfrage nach der bevorzugten Partei liegt die CDU mit 30,2 Prozent vorn. Die SPD erreicht 26,4 Prozent. Damit befinden sich die Sozialdemokraten nur noch knapp vor den Grünen, die auf 24,9 Prozent kommen. Für die FDP gibt es 9,9 Prozent. Die Linkspartei erzielt 3,7 Prozent. Die weiteren Ergebnisse: 1,6 Prozent für Pro Köln, 1,2 Prozent für das Kölner Bürger Bündnis und 2,1 Prozent für die sonstigen Parteien.
Die CDU findet ihren stärksten Zuspruch in den Stadtbezirken Lindenthal und Nippes. Die SPD erzielt in Chorweiler und Mülheim ihre besten Ergebnisse, die Grünen in der Innenstadt und in Ehrenfeld. Die „Hochburgen“ der FDP befinden sich in Rodenkirchen und Lindenthal.
Zwar hat die CDU im Vergleich zu einer Meinungsumfrage von Omniquest im vorigen März 4,1 Prozent gewonnen. Gegenüber der Wahl im Jahr 2004 verliert die Union allerdings 2,5 Prozent. Die SPD hat seit März rund neun Prozent eingebüßt und liegt damit um knapp fünf Prozent unter dem Wahlergebnis 2004. „Die Grünen profitieren offenbar am stärksten von der Schwäche der SPD und legen als drittstärkste Kraft von 19,6% im März deutlich auf 24,9% zu“, so Omniquest-Geschäftsführer Falk Böhmer. Im Vergleich zur Kommunalwahl 2004 ergibt sich für die Grünen ein Plus von 8,3 Prozent. FDP und Linke haben ihre März-Ergebnisse in etwa gehalten.
Zum Zeitpunkt der Erhebung hatten sich allerdings 17 Prozent der Befragten noch nicht auf eine Partei festgelegt. Nahezu zehn Prozent sagten, sie wollten nicht wählen gehen oder gaben keine Antwort. „Unentschlossenheit ist insbesondere bei weiblichen Befragten und den Wahlberechtigten mit Schulabschlüssen Volksschule / Hauptschule und Mittlere Reife zu beobachten, ferner überdurchschnittlich stark in den Stadtteilen Porz und Mülheim“, so Böhmer. Diese Gruppe der Unentschlossenen könne auf die in der Studie ermittelten Ergebnisse am Wahlsonntag noch spürbar Einfluss nehmen.
Die Meinungsforscher beschäftigten sich im Zusammenhang mit der Oberbürgermeisterwahl auch mit der Frage, für welchen Kandidaten die Anhänger der einzelnen Parteien, die sich bereits entschieden haben, stimmen wollen. Demnach wollen nahezu zehn Prozent derjenigen, die der CDU nahe stehen, den Sozialdemokraten Roters wählen. Knapp 90 Prozent wollen auf dem Stimmzettel den Namen Kurths ankreuzen. Der rot-grüne Kandidat kann auf eine höhere Zustimmung im eigenen Lager hoffen: Annähernd 98 Prozent der SPD-Wähler und gut 90 Prozent der Grünen-Wähler votieren für den ehemaligen Kölner Polizei- und Regierungspräsidenten. Rund sechs Prozent der Grünen-Sympathisanten entscheiden sich für den Christdemokraten Kurth.
Ein viel diskutiertes Thema ist die Kandidatur des FDP-Fraktionsvorsitzenden Ralph Sterck für das Amt des Oberbürgermeisters. Vergeblich versuchte die CDU, den Liberalen zum Verzicht zu bewegen - in der Hoffnung auf Stimmen aus dem FDP-Lager für ihren eigenen Kandidaten Kurth. Wie sieht das Wahlverhalten der FDP-Anhänger aus? 48,5 Prozent von ihnen wollen Sterck am Wahlsonntag unterstützen. 24,6 Prozent gaben an, sie würden Kurth wählen. Für Roters ist die Zustimmung aus dem Kreis der FDP-Wähler nur wenig geringer - 22,2 Prozent.
Sollte Sterck seine Kandidatur noch aufgeben und für Kurth werben, um dessen Chancen zu verbessern? Die Meinungsforscher wollten wissen, wie die Wähler zu dieser Frage stehen. Nein, das sollte Sterck nicht, finden nahezu 52 Prozent der Befragten. 27 Prozent halten einen Verzicht für richtig. Etwa zehn Prozent der Kölnerinnen und Kölner wäre die Entscheidung egal. Unter den FDP-Wählern ist die Zustimmung für Stercks Bewerbung am stärksten. 66 Prozent raten von einem Rückzug ab.
Bei den zurückliegenden Oberbürgermeisterwahlen brauchten die Kandidaten noch die absolute Mehrheit. Erreichte keiner der Bewerber mehr als 50 Prozent der Stimmen, gab es eine Stichwahl zwischen den beiden Politikern mit den besten Ergebnissen. Diese Regelung ist von der schwarz-gelben Landesregierung geändert worden. Die Stichwahl ist abgeschafft, es reicht die Mehrheit der abgegeben Stimmen. Auch dazu wurden die Teilnehmer der Umfrage um ihre Meinung gebeten. Eine hauchdünne Mehrheit äußerte sich gegen die Abschaffung der Stichwahl. 46,8 Prozent halten die Düsseldorfer Entscheidung für falsch, 45 Prozent für richtig. Die Landes-SPD hatte die Änderung des Wahlrechts heftig kritisiert. Bemerkenswert ist, dass die SPD-Anhänger mehrheitlich für die Änderung sind, die CDU-Anhänger den Wegfall der Stichwahl dagegen in der Mehrheit ablehnen.
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Neue Umfrage des WDR
19.08.2009 | 18.58 Uhr | acjj2006
Hier gibt es auch einige andere Umfragen dazu. Dabei werden die etablierten Parteien kräftig federn lassen müssen und die kleine Parteien kräftig…
einmal
19.08.2009 | 18.15 Uhr | galileo
ich schwöre, ich hab nur einmal abgeschickt...!
@idealist
19.08.2009 | 18.15 Uhr | galileo
ich bin ein unverbesserlicher liberaler demokrat, und als solcher akzeptiere ich auch solche blockwart-gestalten. liberale demokratie hat eben nicht…
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