Von Susanne Hengesbach, 17.08.09, 15:57h, aktualisiert 24.08.09, 17:52h
Der 30-Jährige ist promovierter Physiker, stammt gebürtig aus Ohio / USA und arbeitet seit zwei Jahren an der Kölner Uni im Team von Theo Woike in einem Bereich, den ich vermutlich nicht einmal dann wirklich verstanden hätte, wenn wir unsere Unterhaltung auf Deutsch hätten führen können. Was „Reversible Holography in solid-state Materials“ betrifft, werde ich wohl ein bisschen nacharbeiten müssen.
Nicholas Mockus hat vollstes Verständnis dafür, dass ich seinen Ausführungen nur fragmentarisch folgen kann. Es passt allerdings in sein Bild von den Kölnern, dass ich es zumindest versuche. „Die Menschen hier geben sich so viel Mühe gegenüber jemandem wie mir, der die Sprache nicht kennt“, meint der Amerikaner anerkennend. Er ist ohnehin völlig begeistert von der Stadt, von der Atmosphäre und der Offenheit. Die Freiheit zu haben, tun zu können, was man will, das kenne er von zu Hause nicht.
Am meisten sei ihm der Unterschied im Umgang mit Sexualität aufgefallen. Nicht nur, dass so etwas wie der hiesige Christopher-Street-Day in seiner Heimatstadt undenkbar sei, wo Homosexualität noch immer als „etwas Falsches oder gar Perverses“ betrachtet werde. Auch die Art und Weise, wie sich die Menschen hier in öffentlichen Saunen und Schwimmbädern bewegen, sei ihm völlig fremd.
Im amerikanischen Fernsehen könne man zwar alle Arten von Gewalttätigkeit sehen aber keine nackte Frau. „Wir haben Schüler, die mit Waffen in den Unterricht kommen, aber Sexualität findet nur hinter verschlossenen Türen statt.“ Wenn Kinder spürten, dass sie zu diesem Thema keine Fragen stellen dürften, sei das problematisch. „Wenn sie dann irgendwann das Haus verlassen, haben sie oft mehr Freiheit, als ihnen gut tut und treffen womöglich die falschen Entscheidungen.“
Ich frage ihn, ob er - was den Umgang mit Waffen betrifft - für eine strengere Gesetzgebung wäre. Mockus schüttelt den Kopf. Das in den „Bill of Rights“ verankerte Grundrecht auf Waffenbesitz sei für Amerikaner prägend. „Ich finde auch, dass sie das Recht haben dürfen, eine Waffe zu tragen. Aber das Ganze ist außer Kontrolle geraten.“ Anstelle nach einer schärferen Gesetzgebung zu rufen, wäre es viel sinnvoller, strengere Regeln in den Haushalten zu verankern. „Die Familien müssen mehr Verantwortung übernehmen. Eltern müssen dafür sorgen, dass Waffen unter Verschluss bleiben und für Minderjährige unerreichbar sind. Und sie müssen ihren Kindern klar machen, dass es sich bei Gewehren nicht um Spielzeug handelt.“
Man spricht Deutsch - oder auch nicht...
01.09.2009 | 13.37 Uhr | Ex-Kölner
@Lucy1802:
Danke für den Hinweis. Aber meine Vermutung kommt natürlich nicht von Ungefähr. Zitat aus dem Artikel:
"den ich vermutlich nicht…
integrationsunwillig?
26.08.2009 | 17.08 Uhr | Lucy1802
Lieber ex-koelner,
der liebe Nick versteht sehr wohl deutsch und spricht es auch.
Ist aber was seine Sprachkenntnisse angeht unsicher und hält sich…
Eieiei...
18.08.2009 | 12.02 Uhr | Ex-Kölner
Zwei Jahre in Deutschland - und beherrscht die Sprache nicht? Bei Ausländern anderer Herkunft würde man das wohl als "integrationsunwillig"…
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