Von Frank Olbert, 17.08.09, 22:09h
Für die Tatsache, dass er Erwartungen wieder und wieder zurückschrauben muss, macht Pleitgen die internationale Finanzkrise und damit eine Art höherer Gewalt verantwortlich, doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Der andere Teil ist hausgemacht und lässt sich nicht auf ausbleibende Sponsorengelder und leere Stadtkassen schieben: er fällt auf die Attitüde der Ruhr.2010 GmbH zurück, das Unternehmen Kulturhauptstadt groß, größer und am größten ausgeweitet zu haben. Wenn man nun wieder kleiner und auch kleinlauter werden muss, dann hilft das der Strahlkraft des Projekts nicht gerade auf.
Dieser Prozess begann schon mit der geographischen Aufweichung des Begriffs Kulturhauptstadt: nicht allein Essen darf sich ausschreibungsgemäß mit dem Titel schmücken, nein, das gesamte Ruhrgebiet soll ihn bekommen. Verteilungskämpfe statt klar konturierter Konzepte, Ausbreitung in die Fläche statt Konzentration - das vorzeitige Ende des Kunstbergbaus in Essen ist auch Folge dieser Politik.
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