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Kommentar zu Essen

Ende des Kunstbergbaus

Von Frank Olbert, 17.08.09, 22:09h

Weniger ist manchmal mehr. Mit dieser Devise wären sicherlich auch Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt besser gefahren. Jetzt müssen die beiden Leiter der Ruhr.2010 GmbH mitansehen, wie ihre hoch gesteckten Ziele wie ein Kartenhaus zusammenfallen.

Fritz Pleitgen
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Nächste Pleite für Pleitgen: Aus dem Projekt „Zweite Stadt/Zollverein unter Tage" wird nichts.
Fritz Pleitgen
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Nächste Pleite für Pleitgen: Aus dem Projekt „Zweite Stadt/Zollverein unter Tage" wird nichts.
Man würde gerne aufbauendere Nachrichten aus der zukünftigen Kulturhauptstadt Essen hören, doch stattdessen muss die Ruhr.2010 GmbH unter der Leitung von Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt erneut eine Absage erteilen. Nachdem bereits die geplante Eröffnung auf Schalke wegen Geldmangels und wohl auch fehlender Starpower geplatzt ist, wird nun ein weiteres, zentrales und auf die viel beschworene Nachhaltigkeit zielendes Projekt gestrichen: Unter dem Titel „Zweite Stadt / Zollverein unter Tage“ sollte das Publikum in 1000 Metern Tiefe einen Kunstparcours im Schachtsystem erleben. Doch in der ehemaligen Zeche geht das Licht nicht wieder an. Es fehlt das Geld.

Für die Tatsache, dass er Erwartungen wieder und wieder zurückschrauben muss, macht Pleitgen die internationale Finanzkrise und damit eine Art höherer Gewalt verantwortlich, doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Der andere Teil ist hausgemacht und lässt sich nicht auf ausbleibende Sponsorengelder und leere Stadtkassen schieben: er fällt auf die Attitüde der Ruhr.2010 GmbH zurück, das Unternehmen Kulturhauptstadt groß, größer und am größten ausgeweitet zu haben. Wenn man nun wieder kleiner und auch kleinlauter werden muss, dann hilft das der Strahlkraft des Projekts nicht gerade auf.

Dieser Prozess begann schon mit der geographischen Aufweichung des Begriffs Kulturhauptstadt: nicht allein Essen darf sich ausschreibungsgemäß mit dem Titel schmücken, nein, das gesamte Ruhrgebiet soll ihn bekommen. Verteilungskämpfe statt klar konturierter Konzepte, Ausbreitung in die Fläche statt Konzentration - das vorzeitige Ende des Kunstbergbaus in Essen ist auch Folge dieser Politik.



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