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Interview zum Kölner Kulturkampf

Quander kein Zauberer!

Erstellt 18.08.09, 19:01h, aktualisiert 18.08.09, 19:05h

Georg Quander hält die Forderung des Kölner Kämmerers, den Kulturetat für das Jahr 2010 um 30 Prozent zu kürzen, für schlichtweg utopisch. Am Kulturentwicklungsplan will er nach wie vor festhalten. Köln braucht die Kultur.

Georg Quander
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Der Kölner Kulturdezernent Georg Quander hält eine Kürzung des Kulturetats um 30 Prozent für unmöglich.
Georg Quander
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Der Kölner Kulturdezernent Georg Quander hält eine Kürzung des Kulturetats um 30 Prozent für unmöglich.

KÖLNER STADT-ANZEIGER: Herr Quander, der Kämmerer fordert Sie auf, den Kulturetat um 30 Prozent zu reduzieren. Wie haben Sie darauf reagiert.

GEORG QUANDER: Ich habe das zunächst einmal zurückgewiesen. Denn das ist schlicht und einfach nicht darstellbar. Ich kann nicht zaubern. Wir sind nicht zuletzt durch Verträge und Ratsbeschlüsse gebunden, so dass ein solcher Betrag gar nicht möglich ist. Ganz abgesehen davon würde das bedeuten, dass der Kulturetat noch geringer wäre als im Jahre 2005, als ich das Amt in Köln antrat. Wir haben trotzdem einmal aufgelistet, was theoretisch überhaupt zu kürzen wäre - und das ergäbe bei weitem nicht die geforderten 30 Prozent.

Wie kommt es zu solchen Forderungen?

QUANDER: Das liegt daran, dass die Kultur als freiwillige Leistung angesehen wird. Da meint man, dass man sparen könne. Bei den Pflichtaufgaben ist das nicht so leicht möglich.

Köln gibt sowieso schon weniger Geld für die Kultur aus als die anderen Großstädte. Was würde ein solcher Einschnitt bedeuten?

QUANDER: Dann würde man das Kind mit dem Bade ausschütten. Wir haben in den vergangenen Jahren ganz gut an Terrain gewonnen. Das dürfen wir nicht kaputt machen. Auch gibt es ja jetzt unseren Kulturentwicklungsplan - das kann ich doch nicht in die Tonne kloppen.

Reicht es denn, eine Aufforderung des Kämmerers zurückzuweisen?

QUANDER: Ich bin zuversichtlich, dass die Politik diese Kürzung nicht mittragen wird. Außerdem gibt es ja erste Anzeichen, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung aufhellt. Daher sage ich: Warten wir's mal ab.

Eine ganz andere Frage: Der SPD-Fraktionsvorsitzende Börschel hat mit Blick auf Sie gesagt, dass man einen Dezernenten mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit des Rates abwählen könne. Er begründet dies damit, dass Sie offenbar lieber einen anderen Job hätten, da Sie sich ja zwei Mal um einen Opernposten beworben hätten.

QUANDER: Das ist starker Tobak, wenn ausgerechnet Herr Börschel mir vorwirft, dass ich mich bereit erklärt habe, im Falle eines Falles die Kölner Opernintendanz zu übernehmen. Er selbst hat mich damals angerufen und gefragt, ob ich mir die Aufgabe vorstellen und ob wir darüber reden könnten. Was den anderen Punkt angeht: Ich glaube nicht, dass er eine Zwei-Drittel-Mehrheit zustande bekommt.

Wie bewerten Sie diese Konfrontation?

QUANDER: Angenehm ist die Situation gewiss nicht. Aber das war sie auch in der Vergangenheit nicht immer.

Wann brach sich denn der immer mal wieder aufflammende Konflikt mit der Politik erstmals Bahn?

QUANDER: Ich bin ja mit breiter Mehrheit ins Amt geholt worden - mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP. Die Grünen haben sich enthalten, weil sie nicht in der Findungskommission vertreten waren. Dann kam es zum Bruch der großen Koalition. In der Folge machte sich bei der SPD zunehmend der Frust breit, das Amt nicht mit einem der Ihren besetzt zu haben.

Die Ankündigung einer Partei, die Abwahl eines Dezernenten betreiben zu wollen, ist ungewöhnlich.

QUANDER: Wir leben in einer Demokratie.

Das Gespräch führte Martin Oehlen



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