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Tagebau

Absetzer setzt über

Von Britta Wonnemann, 21.08.09, 12:49h, aktualisiert 21.08.09, 18:24h

Absetzer 756 hat seine Reise in Richtung Tagebau Hambach fortgesetzt. Das 183 Meter lange und mehr als 5000 Tonnen schwere Gerät sowie der zugehörige Bandschleifenwagen überquerten am Freitagmorgen die Erft bei Glesch.

Absetzer
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Viele Schauluste sahen sich den Absetzer an, der die Erft überquert. (Bild: Wonnemann)
Absetzer
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Viele Schauluste sahen sich den Absetzer an, der die Erft überquert. (Bild: Wonnemann)
Bergheim-Glesch - Lautes Knarren und Quietschen dröhnt durch die Morgenluft an der Erft. Langsam bewegen sich die riesigen Raupenfahrwerke vorwärts. Sie tragen ein 183 Meter langes und 57 Meter hohes Stahlungetüm, das sich auf einer Kiesrampe auf den Fluss zubewegt. Absetzer 756 setzt seine Reise vom Tagebau Bergheim, den er als letztes Gerät verfüllt hat, zum Tagebau Hambach fort. Gemeinsam mit dem 110 Meter langen Bandschleifenwagen, der den Absetzer bei der Arbeit im Tagebau mit Abraum beliefert, passiert er eine „Schlüsselstelle“ der 17 Kilometer langen Strecke, wie es Transportleiter Dr. Joachim Witzel von RWE Power nennt.

Der mehr als 5000 Tonnen schwere Absetzer ist im Juni bis zu einem tiefen Geländeeinschnitt bei Glesch gefahren, durch den das Abraumförderband hindurchlief. Es wird nach der Verfüllung des Bergheimer Tagebaus nicht mehr gebraucht, daher hat der Absetzer die Mulde verfüllt. Sie wird nun in Abstimmung mit dem Regionale-2010-Projekt „terra nova“ rekultiviert.

„Wir waren bei Glesch etwas früher fertig als geplant und konnten die Zeit noch für eine kurze Inspektion nutzen“, erklärte Witzel. Am Freitagmorgen fuhren die Geräte dann zunächst über die Landstraße 361 n, bevor der Weg über den Fluss führte. Die Vorbereitung war aufwendig: Das Flussbett wurde mit so genannten Wasserbausteinen zugeschüttet, darauf kam ein knapp zwei Meter hohes Gemisch aus Kies und Sand. Das Wasser leitete RWE Power seitlich über einen Bypass um. „Der ist fest installiert, wir haben ihn schon bei früheren Großgerätetransporten genutzt“, erläuterte RWE-Sprecher Manfred Lang. Aber auch unter dem Kies verlegte das Unternehmen drei einen Meter dicke Rohre.

Die Überquerung dauerte etwa zwei Stunden. Absetzerführer Peter Dressel bewegte das Gerät, das er gut kennt, im Schneckentempo von neun Metern pro Minute, immer in Funkkontakt mit zwei Kollegen am Boden. 30 Mitarbeiter begleiteten den Transport. „Die ganze Mannschaft ist gut geschult“, wusste Witzel, der sich am Ende zufrieden zeigte: „Es hat alles bestens geklappt.“ Am Rand der Trasse hatten sich viele Zuschauer versammelt, darunter auch staunende Grundschüler aus dem zweiten Schuljahr der Anton-Heinen-Schule in Bedburg-Kirdorf. „Der Absetzer ist viel größer als auf den Bildern, die ich gesehen habe“, begeisterte sich Miriam (8). „So groß hab ich mir den nicht vorgestellt“, fand auch Annalena (7). Dabei habe ihr Vater, der bei RWE arbeitet, ihr schon viel über den Absetzer erzählt. Dieser wird seine Reise in der Nacht zum Sonntag fortsetzen. Dann überquert er die Bahnstrecke Horrem-Neuss. Am Samstag, 29. August, geht der Transport dann über die Autobahn 61 bei Elsdorf. Sie wird ab 19 Uhr gesperrt, ab etwa 21 Uhr setzen sich die Geräte in Bewegung. Eine gute Aussicht hat man von der Brücke, auf der die Kreisstraße 41 zwischen Paffendorf und Elsdorf über die Autobahn führt. RWE Power wird in der Nähe einen Parkplatz anlegen und ausschildern.



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