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Seniorenzentrum

Haltestellen-Attrappe für Demenzkranke

Von Kirsten Boldt, 24.08.09, 18:21h

Eine Attrappe einer Haltestelle soll zum Anziehungspunkt für Demenzkranke im Seniorenzentrum werden. Denn die Patienten sind oft von einem starken Bewegungsdrang getrieben- an der vermeintlichen Bus-Station können sie von ihren Betreuern einfach gefunden werden.

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Sitzprobe: Auch nicht an Demenz erkrankte Bewohner des städtischen Seniorenzentrums begutachteten schon einmal die Attrappen-Haltestelle. (Bild: Schwarz)
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Sitzprobe: Auch nicht an Demenz erkrankte Bewohner des städtischen Seniorenzentrums begutachteten schon einmal die Attrappen-Haltestelle. (Bild: Schwarz)
Nippes - Hamburg, München, Remscheid, Wuppertal, Düsseldorf und andere Städte haben eine. Köln jetzt auch: Eine Bushaltestelle, an der garantiert kein Bus hält. Für die vergeblich Wartenden ist sie dennoch ein Anlaufpunkt von hohem Wert. Denn die Scheinhaltestelle mit ihrem Wartehäuschen, den gelb-grünen H-Schildern und dem Fahrplan wurde auf dem Gelände des städtischen Seniorenzentrums Köln-Riehl (SBK) eigens für demenzkranke Bewohner eingerichtet.

Demenzkranke verlieren nicht nur zunehmend die Orientierung in Raum und Zeit, sie sind oft auch von starkem Bewegungsdrang getrieben. Dazu kommt, dass sie ihre Erinnerungen verlieren und schließlich überzeugt davon sind, wieder in früheren Zeiten zu leben. Sie müssen wieder zur Arbeit gehen, wollen alte, vielleicht schon längst verstorbene Bekannte besuchen und suchen nach einer Bushaltestelle. Die Attrappe liegt nun direkt vor ihrer Haustür, dort können sie vom Pflegepersonal gefunden werden. „Wir werden uns zu ihnen setzen, mit ihnen reden, ihre Erinnerungen teilen und sie überzeugen, wieder mit uns ins Pflegeheim zurückzukehren“, stellt Heimleiterin Gabriele Patzke das Betreuungskonzept vor.

Auf Anhieb funktioniert

Sie erhofft sich von der Attrappe, dass sich Demenzkranke auf dem offenen, 25 Hektar großen Areal weniger auf die Suche nach einer echten Haltestelle machen. „Das scheint zu funktionieren. Kaum standen die Schilder, fanden sich erste Pflegebedürftige schon ein.“

Gestiftet wurde das Wartehaus von JCDecaux Deutschland und die KVB-Schilder von den Verkehrsbetrieben. SBK-Geschäftsführer Otto Ludorff und Aufsichtsratsvorsitzender Ralf Heinen übergaben die Attrappe im Wert von 7500 Euro im Beisein von KVB-Mediensprecher Joachim Berger und JCDecaux-Betriebsleiter Peter Bischoff dem Seniorenzentrum.



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