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Kommunalwahl

In Monheim regiert die Jugend

Von Hannah Schneider, 31.08.09, 17:25h, aktualisiert 31.08.09, 17:29h

Der 27 Jahre alte Daniel Zimmermann wird in Monheim einer der jüngsten Bürgermeister des Landes. 30,3 Prozent der Wähler gaben ihm ihre Stimme. Zimmermann profitiert auch von der Abschaffung der Stichwahl.

Daniel Zimmermann
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Monheims neuer Bürgermeister Daniel Zimmermann. (Bild: Peto)
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Monheims neuer Bürgermeister Daniel Zimmermann. (Bild: Peto)
MONHEIM Als Daniel Zimmermann seine Partei Peto vor zehn Jahren mit ein paar Kumpels in der Schule gründete, hätte es auch eine Band sein können oder irgendeine andere Gruppe. Hauptsache gemeinsam etwas gründen, auf die Politik seien sie erst später gekommen, hat Zimmermann mal in einem Interview gesagt. Jetzt wird der 27 Jahre alte Chef der Jugendpartei Bürgermeister für 43.000 Einwohner. Die Wähler in Monheim (Kreis Mettmann) haben ihn als einen der jüngsten Bürgermeister des Landes in ihr Rathaus gewählt.

Zimmermann profitierte dabei möglicherweise von der Abschaffung der Stichwahl: 30,3 Prozent der Wähler stimmten für den jungen Kandidaten von Peto. Der Kandidat der CDU, Tim Brühland, lag mit 26,7 Prozent knapp dahinter. Keine Chance hatte Ursula Schlößer von den Sozialdemokraten - sie schaffte nur 19 Prozent. Mit 12 Sitzen (29,5 Prozent) ist Peto im Monheimer Stadtrat jetzt genauso stark vertreten wie die CDU mit ebenfalls 12 Sitzen (30,1 Prozent), die SPD muss sich mit acht Sitzen zufrieden geben.

Dass die Jugendpartei, die damals in Monheims Otto-Hahn-Gymnasium entstand, jetzt die Chefetage im Rathaus erobert, ist eine echte Sensation und Höhepunkt einer steilen Karriere. Als Zimmermann vor zehn Jahren in den Rat einzog, war er noch ein Teenie und wollte für Peto - aus dem Lateinischen übersetzt heißt das „ich fordere“ - ein Jugendcafé in der Stadt und bessere Busverbindungen durchsetzen. 6,1 Prozent der Bürger hatten die neue Partei bei der Kommunalwahl 1999 in den Rat gewählt. Gegen die alteingesessenen Ratsmitglieder mussten sich die Schüler dann erstmal durchsetzen - und ernteten dafür fünf Jahre später bei der nächsten Kommunalwahl satte 16,6 Prozent Wählerzustimmung und wurden drittstärkste Partei hinter CDU und SPD.

Zehn Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik hat Zimmermann, der sein erstes Staatsexamen als Lehrer für Französisch und Physik abgelegt hat, inzwischen gesammelt. „Mehr als manch anderer Kandidat“, sagt der Peto-Chef, wenn seine Kompetenz mal wieder wegen seines Alters in Frage gestellt wird. Und auch seine Ziele sind über die Jahre erwachsen geworden: Brachliegende Gewerbeflächen will Zimmermann vermarkten, sich für den Schutz der Bausubstanz in der Monheimer Altstadt einsetzen und für ein neues Verkehrskonzept sorgen. Viele der 250 Peto-Mitglieder, die dabei hinter ihm stehen, sind dem Teenie-Alter mittlerweile entwachsen. Deshalb hat die Partei extra die „AG 30 plus“ eingerichtet, in der auch „ältere Menschen mit ihren Fähigkeiten und Erfahrungen eingebunden werden sollen.“ Bürgermeister Zimmermann macht in der neuen AG seiner Partei nicht mit - dafür ist er noch ein wenig zu jung.



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